Kyoto - die ehemalige Kaiserstadt gilt für viele Besucher als die vielleicht schönste Stadt Japans und ist ein echter kultureller Hotspot - mit über 1600 Tempeln und über 400 Schreinen - darunter einige der bekanntesten des ganzen Landes.
Im Gegensatz zu Tokio oder Osaka gibt es hier keinen großen internationalen Flughafen, dennoch kann man die Stadt aufgrund der guten Zuganbindung, insbesondere von Osaka aus, auch als Zwischenstopp im Rahmen einer Asienreise einplanen.
Im Laufe dieses Journals gebe ich euch hilfreiche Informationen zu folgenden Themen:
- Highlights
- Tagesplanung
- Wissenswertes
- Unterkunftsempfehlungen
- Essensempfehlungen
- Fotoeindrücke
- Fazit
Wir haben unsere Japan-Rundreise im April/Mai 2024 gemacht.
Meine PDF Guides für unterwegs, findest du am Ende der Seite.
Sehenswertes
Kyoto
Kyoto, die neben Tokyo wohl bekannteste Stadt Japans, ist tatsächlich nur auf Platz 9 in der Rangfolge der größten Städte Japans. Kulturell und historisch ist die einstige Hauptstadt aber definitiv eine der bedeutendsten.
Die Stadt mit ca. 1,5 mio Einwohnern liegt im Südwesten der Hauptinsel Honshū und ist insbesondere für seine historische Altstadt und beeindruckenden Tempel bekannt.
Dies sind die Top-Highlights:
Fushimi Inari Taisha Schrein
Die erste und sicher eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kyotos ist der Fushimi Inari Taisha Schrein.
Bekannt ist der Shintō-Schrein insbesondere durch die tausende roten Torii, die den Berg hinauf eng aneinandergereiht sind.
Charakteristisch für den im Jahr 794 zu Ehren des Reisgottes Inari im Stadtteil Fushimi in Kyoto gebauten Schrein, sind auch die Fuchs-Statuen mit roten Lätzchen.
Was für viele Sehenswürdigkeiten in Japan zählt, gilt bei diesem Shintō-Schrein, der jährlichen die meisten Besucher aller Schreine Japans anzieht, ganz besonders. Wir können nur empfehlen, möglichst früh am Morgen den Schrein zu besuchen - am besten weit vor 8 Uhr. Denn im Laufe des Vormittags füllt sich das Gelände beträchtlich und spätestens gegen 10 Uhr drängen sich die Menschen dicht an dicht durch die roten Torii-Gänge.
Ein weiterer Tipp ist, nicht gleich am Anfang zu versuchen, in den Torii-Gängen Fotos zu machen, sondern den Berg ein gutes Stück bergauf zu gehen, da es sich hier deutlich verläuft und leerer wird.
Ganz oben angekommen hat man von dem heiligen Hügel außerdem einen wunderbaren Blick über Kyoto.
Kiyomizu-dera Tempel
Das nächste Highlight für uns, ist der Kiyomizu-dera Tempel am östlichen Rand des Zentrums von Kyoto.
Das hölzerne Tempelgebäude ist vergleichsweise groß und bietet auf der hölzernen Terrasse, und auch ein Stück weit den Weg entlang, einen überragenden Blick über die Dächer der Stadt und die Kyoto umgebenden Berge.
Auf dem Gelände finden sich schöne Wege im Grünen mit kleinen Pagoden und anderen Sehenswürdigkeiten.
Ein Highlight ist hier auch schon der Weg zum Tempel. Um aus dem Stadtzentrum zu dem höher gelegenen Kiyomizu-dera zu gelangen, spaziert man stetig bergauf durch die Ninenzaka oder Sannenzaka Straße. Diese Straßen vermitteln einem einen Eindruck des alten Japans.
Hölzerne Häuser säumen diese Straßen. In ihnen finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants, Souvenirshops und andere Läden. Die Straßen sind nahezu ausschließlich für den Fußgänger-Verkehr geöffnet und auch hier drängen sich um die Mittagszeit die Menschenmassen den Berg hinauf.
Was für den Fushimi Inari Taisha Schrein gilt, gilt auch hier. Am besten man besucht den Tempel entweder früh morgens oder kurz vor Schließung um 18 Uhr. Dann hat man einen ungestörteren Blick über die Stadt.
Eine weitere Besonderheit des Tempels - die Holzkonstruktion, bei der der Tempel und die Terrasse von langen und dicken Holzbalken getragen werden. Diese Konstruktion kommt ohne einen einzigen Nagel oder eine Schraube und nur mit einer speziellen Steck-Technik aus.
Kinkaku-Ji Tempel
Auch unser drittes Highlight ist wieder ein Tempel.
Das verdeutlicht, dass Kyoto einige der sehenswertesten buddhistischen Tempel und Shintō-Schreine von ganz Japan zu bieten hat.
Grundsätzlich nimmt die Begeisterung natürlich von Tempel zu Tempel leicht ab. Es ist nicht mehr so besonders, wie es noch bei den ersten besichtigten Tempeln war.
Anders verhält es sich aber mit dem Kinkaku-Ji Tempel. Grund dafür ist, dass dieser Tempel mit seiner golden glänzenden Fassade sich deutlich von den bisher erwähnten Tempeln abhebt.
Dieser, auch Goldener Tempel genannte, Zen-Tempel, der mit Blattgold verkleidet ist, gilt heutzutage als UNESCO-Weltkulturerbe.
Den Tempel umgeben schöne Steingärten und grüne Bäume und Büsche und auch die Lage des Tempels an einem kleinen Teich ist ein echter Hingucker.
Der goldene Pavillon wurde 1397 vom ehemaligen Shōgun Yoshimitsu erbaut.
Den Tempel erreicht man mit dem Bus vom Zentrum aus in ca. 45 Minuten, je nach Startpunkt.
Arashiyama Bambuswald
Auch den Arashiyama Bambuswald sollte man sich bei einem Besuch in Kyoto nicht entgehen lassen.
In das Viertel Arashiyama gelangt man erneut am besten per Bus und die Fahrt vom Zentrum aus dauert wiederum ca. 45-60 Minuten.
Arashiyama bietet neben dem Bambuswald einige weitere Sehenswürdigkeiten wie den Affenpark Iwatayama, die Togetsukyo Brücke, die den Katsura River überquert, oder den Tenryū-Ji Tempel.
Für einen Ausflug nach Arashiyama kann man also durchaus etwas mehr Zeit einplanen, sodass sich die etwas längere Anfahrt auch lohnt. Außerdem finden sich hier einige Restaurants und Cafés, sodass man einen Ausflug auch sehr gut mit einem Frühstück oder Mittagessen verknüpfen kann.
Wir konzentrierten uns hier allerdings in erster Linie auf den bekannten Bambuswald. Es gibt zwar auch einen kleineren Bambuswald im Stadtzentrum von Kyoto, der häufig auch in den Sozialen Medien empfohlen wird, dieser ist allerdings bei weitem nicht so imposant, wie der in Arashiyama.
Der Wald ist 24 Stunden täglich geöffnet, sodass man auch hier den Stoßzeiten etwas aus dem Weg gehen kann. Der Eintritt ist kostenlos.
Ein Spaziergang durch den Wald aus hohem Bambus lohnt sich unserer Meinung nach definitiv und wenn man nicht gerade zu den Kernzeiten hierher kommt, kann der Spaziergang auch sehr beruhigend und entspannend sein.
Higashiyama-Viertel
Die Altstadt von Kyoto und hier insbesondere das Higashiyama-Viertel ist definitiv einen Besuch wert. Das Viertel vermittelt einen authentischen Eindruck des alten Kyotos.
Zu dem Viertel gehören die bereits genannten Straßen Ninenzaka-Gasse und Sannenzaka-Gasse, mit ihren Cafés, Restaurants und Shops, die den Weg hinauf in Richtung Kiyomizu-dera Tempel führen.
Der wohl bekannteste Foto-Spot ist hier die Yasaka-dori Straße, an deren Ende die Yasaka Pagode steht.
Diese Straße ist entsprechend tagsüber in der Regel stark überfüllt und um ein Bild wie hier rechts zu machen, muss man schon sehr früh aufstehen.
Wir sind tatsächlich zwischen 5 und 6 Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang, aufgestanden und hoch zum Higashiyama-Viertel und zur Yasaka-dori Straße spaziert.
Als wir im Anschluss auch durch die umliegenden Straßen geschlendert sind, hat man wirklich den Geist des alten Japans gespürt, wie man es sonst tagsüber in den überfüllten Gassen vielleicht nicht so kann.
Mir persönlich hat dieses Viertel von allen Stadtteilen während unserer Japan-Reise am besten gefallen.
Das frühe Aufstehen lohnt sich hier in jedem Fall.
Gion-Viertel
Ähnlich wie das Higashiyama-Viertel, ist auch das Gion-Viertel ein Überbleibsel aus der alten Zeit.
Das Gion Viertel ist auch heute noch als Geisha-Viertel bekannt.
Die Geishas bekommt man hier aber dennoch nur sehr selten zu Gesicht, denn sie halten sich die überwiegende Zeit in den traditionellen Teehäusern auf und werden inzwischen auch gezielt vor den Touristen geschützt.
Geishas sind Frauen in traditioneller japanischer Kleidung mit weiß geschminkten Gesichtern, die in alten japanischen Fertigkeiten gründlich ausgebildet wurden.
Unter anderem bieten die Geishas den Gästen Darbietungen in Gesang, Tanz und allgemeiner Unterhaltung.
Geschützt werden die Geishas inzwischen durch die Sperrung einzelner Straßen, insbesondere im Gion-Viertel. Hintergrund ist, dass viele Touristen im Laufe der Jahre derart übergriffig geworden sind, dass sie sich vor die Geishas gestellt und Fotos gemacht, sie angefasst oder belästigt haben. Das hat die Stadt Kyoto dazu veranlasst, gewisse Maßnahmen zu ergreifen.
Neben den Straßensperrungen zum Schutz der Privatsphäre herrscht auch ein Verbot, die Geishas zu fotografieren, auf welches auf diversen Schildern in dem Viertel hingewiesen wird.
Ein Besuch des Gion-Viertels ist aber nach wie vor lohnenswert und vielleicht läuft man hierbei doch einer der Geishas über den Weg. Wichtig ist dann aber, dass man sich respektvoll verhält.
Toji-Pagode
Auch die Toji-Pagode ist einen Besuch wert.
Die fünfstöckige Pagode aus Holz ist mit einer Höhe von knapp 60 Metern die höchste Holzpagode Japans.
Sie befindet sich auf dem Gelände des gleichnamigen Tempels und auch der Rest der Anlage ist sehenswert.
Schöne Kieswege schlängeln sich an Bächen mit kleinen hölzernen Brücken, grünen Pflanzen und den großen Tempelgebäuden entlang.
Auf den Bächen und Teichen finden sich im Sommer grüne Seerosenblätter und Graureiher nutzen das Gelände als Zufluchtsort.
Der Tempel liegt im Stadtteil Minami und ist mit dem Bus gut erreichbar oder man geht vom Hauptbahnhof ca. 15 Minuten zu Fuß.
Abends wird die Pagode von vielen Lichtern angestrahlt.
Neben der Pagode lohnt sich auch ein Blick in die Haupthalle Kodo und die Lehrhalle Kondo, in denen man buddhistische Statuen bestaunen kann.
Der Eintrittspreis beträgt auch hier wieder unter 5€ und man sollte nicht vergessen, sich auch wieder einen Stempel/Goshuin mitzunehmen.
Nishiki-Markt
Auch der Nishiki-Markt gehört zu den Highlights Kyotos.
In der überdachten Gasse reiht sich ein Food-Stand an den nächsten.
In erster Linie gibt es hier natürlich Meeresfrüchte. Frischer Fisch wird über kleinen Grills gebraten und Oktopusspieße liegen zum Verzehr bereit. Aber auch Süßspeisen wie Mochis oder Waffeln kann man hier finden.
Insgesamt befinden sich ca. 130 Anbieter zu beiden Seiten der 400m langen Gasse.
Neben Snacks gibt es hier auch zahlreiche Souvenirs, wie japanische Teekannen, Kaffeetassen oder personalisierte Holzstäbchen zu kaufen.
Auch hier kann es mittags sehr voll werden, aber um das gesamte Angebot zu entdecken, sollte man ohnehin nicht zu sehr in Eile sein.
Der Markt befindet sich relativ zentral im Shopping-Viertel Kyotos und ist entsprechend vom Bahnhof unkompliziert per Bus oder Bahn zu erreichen.
Kennin-Ji Tempel
Der Kennin-Ji Tempel hat uns ebenfalls sehr gut gefallen.
Der Tempel gilt als ältester Zen-Tempel Kyotos und verfügt über mehrere Meditationsräume, Steingärten und hölzerne Gänge, die einen grünen Innenhof umrunden. Der Innenhof verströmt mit seinen Pflanzen und Steinen eine sehr beruhigende Wirkung.
Hiermit bietet der Kennin-Ji Tempel auch die großartige Chance, ein wenig zu relaxen und sich von einem langen Tag mit vielen zurückgelegten Kilometern zu erholen.
Auch die Haupthalle des Tempelgeländes ist sehr sehenswert. Hier offenbart ein Blick zur Decke ein riesiges Bild, auf dem zwei Drachen abgebildet sind.
Außerdem beherbergt der Tempel einen prunkvollen Wandschirm, auf dem der Wind- und der Donnergott abgebildet sind.
Der Tempel liegt in unmittelbarer Nähe zum Gion-Viertel und die Anlage kann gegen eine geringe Eintrittsgebühr betreten werden.
Wie in vielen Tempeln, sollen auch hier die Schuhe am Eingang ausgezogen werden und man erhält Schlappen, um auch den Holzboden nicht zu beschädigen.
Tagesausflug nach Nara
Kein klassisches Kyoto-Highlight, aber für einen Aufenthalt dort unbedingt zu empfehlen, ist ein Ausflug in das nahe Nara.
In knapp einer Stunde erreicht man Nara von Kyoto aus mit der Bahn, weshalb es sich empfiehlt einen Besuch der Stadt Nara mit einem Aufenthalt in Kyoto zu verbinden.
Zwar lässt sich Nara auch gut von Osaka aus erreichen. Wir hatten uns aber für eine Reise von Kyoto entschieden.
Für knapp 10€ für zwei Personen kann man für die Fahrt auch den luxuriösen Kintetsu Aoniyoshi Sightseeing-Zug nutzen.
Der purpurrote Zug ist von innen sehr luxuriös und komfortabel eingerichtet und mutet wie eine Reise in die Vergangenheit hat.
Details zu einer Reise nach Nara und was ihr dort unbedingt gemacht haben solltet, findet ihr etwas weiter unten.
Eins kann ich hiermit schon vorwegnehmen. Die freilaufenden Rehe sind nicht der einzige Grund, Nara in seine Route einzubauen.
Weiteres
Auch Kyoto hat natürlich noch einige weitere Highlights zu bieten, bspw. die Tempel Ginkaku-Ju, Tenryu-Ji oder Tofuku-Ji. Aber auch der Yasaka Schrein und die Burg Nijo sind einen Besuch wert, genauso wie der Kaiserpalast im Imperial Park.
Wer etwas Abstand zur Stadt sucht, für den bietet sich ein Spaziergang über den Philosophenweg an und auch der Kyoto Tower und das Kyoto National Museum gehören zu den bekanntesten Highlights der Stadt.
Neben dem Tagesausflug nach Nara, kann man von Kyoto im Rahmen eines Tagestrips auch nach Himeji fahren und die bekannte Himeji Burg besichtigen.
Tagesplanung
Wissenswertes
Hier stelle ich euch einige nützliche Informationen zusammen, die für deine Vorbereitung einer Japan-Reise relevant sind:
Unterkunftsempfehlungen
- 3 Nächte: Hotel Resol Kyoto Kawaramachi Sanjo - Jedes Hotel unserer Rundreise hatte uns bisher gefallen und auch dieses Hotel bildete hier keine Ausnahme. Insbesondere die große Auswahl an Beauty- und Pflegeprodukten stach hier heraus, aber auch die überragende Lage mitten im Stadtzentrum und mit einer Bushaltestelle direkt vor der Tür waren große Vorteile.
Essensempfehlungen
Das Essen selbst ist noch ein weiteres Highlight Japans und viele freuen sich auf ihre Japan-Reise hauptsächlich allein schon wegen der dort typischen Speisen.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass uns das Essen hier sehr oft sehr gut gefallen hat. Natürlich muss man hier aber auch ein bisschen offen sein, um auch mal etwas neues auszuprobieren. Uns ist aufgefallen, dass die Gerichte sehr oft aus einer Reis/Nudelbeilage mit Fleisch/Fisch bestanden. Gemüse gab es selten frisch, sondern wenn, dann oft frittiert. Wir haben uns deshalb nach dem Urlaub ganz besonders auf einen frischen Salat gefreut.
Fotoeindrücke
Fazit
Kyoto war für mich definitiv die schönste Stadt Japans und neben Tokio darf auch ein Besuch der alten Kaiserstadt nicht fehlen.
Man findet hier nicht nur einige der sehenswertesten Tempel und Schreine, sondern die Stadt vermittelt auch sonst eine sehr angenehme Atmosphäre.
Die Gassen der Altstadt sind genau so, wie man sich eine japanische Stadt vor seinem Trip wohl vorstellt, allerdings ist Kyoto an den bekannten Sehenswürdigkeiten auch besonders voll.
Man sollte Kyoto in seinem Leben definitiv mal besucht haben.
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