10 Tage - Namibia (Rundreise)

Namibia - das Land im Südwesten Afrikas, nördlich von Südafrika - bietet nicht nur klassisches Safari-Erlebnis in und um den Etosha Nationalpark, sondern auch atemberaubende Wüstenlandschaften im Süden, Küstenabschnitte und ein richtiges Roadtrip-Erlebnis. 

Wir haben 10-11 Tage in Namibia verbracht, was unserer Meinung auch ausreicht, um die beliebtesten Ziele des Landes zu bereisen. Natürlich kann man hier aber auch deutlich mehr Zeit verbringen und viele verknüpfen ihre Reise nach Namibia auch mit den Nachbarländern wie Südafrika, Botswana und Simbabwe. Auch wir hatten darüber nachgedacht, mussten uns allerdings aus Zeitgründen auf Namibia beschränken. 

So haben wir in der Zeit einige Kilometer abgerissen und dabei unvergessliche Momente in unterschiedlichsten Regionen erleben können. 

Quick Facts

Roadtrip

Namibia ist ein klassisches Roadtrip-Land und auch wenn die Straßen nicht immer die besten sind, ist das Land darauf ausgerichtet und bietet die nötige Infrastruktur.

Etosha-Nationalpark

Für viele das Highlight einer Afrika-Reise ist natürlich das Safari-Erlebnis und im Etosha kann man sogar ganz easy mit dem eigenen Mietwagen selbst fahren. 

Armut

Dadurch, dass man während seines Roadtrips durch das ganze Land fährt und mit den Einwohnern in Kontakt kommt, erlebt man die Armut an einigen Stellen hautnah. 

Im Folgenden gebe ich euch hilfreiche Informationen zu diesen Themen:

  1. Routenplanung
  2. Highlights
  3. Tagesplanung
  4. Wissenswertes
  5. Unterkunftsempfehlungen
  6. Essensempfehlungen
  7. Fotoeindrücke
  8. Fazit

Wir haben diese Reise Anfang August 2026 unternommen.

Außerdem findest du am Ende der Seite meine komprimierten PDF Guides zum Download für unterwegs.

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Routenplanung

Unsere Reise startete mit dem Abflug aus München. Wir flogen morgens los und landeten, nach einem kurzen Zwischenstopp in Zürich, am selben Tag abends gegen 20 Uhr in Windhoek - wo wir die erste Nacht verbrachten. 

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit unserem Mietwagen in den Süden des Landes, nach Sesriem, in der Nähe der Sossusvlei Wüste, wo wir 2 Tage verbrachten. 

Nach der zweiten Nacht dort, fuhren wir weiter in Richtung Nordwesten bis nach Walvis Bay, wo wir in der Nähe 2 Nächte in Swakopmund verbrachten.

Einen kurzen Zwischenstopp machten wir anschließend bei der Spitzkoppe, bei der wir eine Nacht verbrachten, bevor wir weiter in Richtung Norden fuhren. 

Beim Etosha Nationalpark verbrachten wir die nächsten 3 Tage und machten Self-Drive Safaris in den Nationalpark. 

Einen letzten Stopp für einen Tag hatten wir dann noch beim Okonjima Nature Reserve eingeplant und da wir am Abflugtag erst um 21:30 flogen, hatten wir an unserem letzten Tag noch ein paar Stunden, in denen wir uns Windhoek etwas näher anschauten. Von hier ging es dann abends wieder nach Hause. 


Sehenswertes

Sossusvlei

Die Wüstenregion im Süden des Landes ist vielen unter dem Begriff Sossusvlei bekannt, dabei ist Sossusvlei in Wirklichkeit eine einzelne Salzpfanne inmitten des von hohen Sanddünen durchzogenen Teils des Namib-Naukluft-Parks

Sossusvlei und Deadvlei

Das Sossusvlei und Deadvlei gehören zu den beliebtesten Wahrzeichen des Landes, wobei viele sogar nur das Deadvlei besuchen. "Vlei" steht dabei für Pfanne, da es sich bei den beiden Sehenswürdigkeiten jeweils um von hohen Sanddünen umschlossene Salz-Ton-Pfannen handelt. 

Nur alle paar Jahre kommt es hier tatsächlich zu Niederschlag und dann füllt sich das Becken mit türkisblauem Wasser.

Einen besonderen Kontrast zu dem hellen Boden und den orangenen Dünen ringsum bilden die dunklen Stämme der seit Jahren ausgestorbenen Kameldornbäume. Trotz dessen, dass diese schon lange ausgestorben sind, verwesen sie nicht weiter, da sie von der trockenen Wüstenluft konserviert werden. 

Dieses Zusammenspiel führt dazu, dass das Deadvlei heute einer der beliebtesten Fotospots von ganz Afrika ist. 

Insbesondere in den Morgen- und Nachmittagsstunden werfen die Bäume markante Schatten auf den hellen Boden. Man gelangt zum Deadvlei entweder mit dem eigenen SUV (nur mit 4x4 Antrieb) oder man nimmt vom letzten Parkplatz aus das Shuttle durch den letzten Sandabschnitt. 

Big Daddy Dune

Die umliegenden Dünen sind definitiv ein weiteres Highlight in der Region - allen voran natürlich die Big Daddy Dune, auch Crazy Dune genannt. 

Mit einer Höhe von 325 bis 380 Metern wird sie oft als höchste Düne der Welt betrachtet. 

Auch die Big Daddy Dune zählt als Teil des Namib-Sandmeers zum UNESCO Welterbe. 

Wenn man morgens bereits in den Park einfährt hat man die Möglichkeit, den markanten Kontrast an der Düne zu sehen, wenn die eine Seite noch komplett im Schatten liegt. 

Auch für das Erklimmen eignen sich am besten die Morgenstunden, wenn es noch nicht zu heiß ist und die Anstrengung im Rahmen gehalten werden kann.

Während viele andere tatsächlich in voller Wanderausrüstung, inklusive Wanderschuhen, auf die Düne hinaufstiegen, haben wir festgestellt, dass es barfuß doch am angenehmsten war. Das geht aber natürlich nur morgens in den Wintermonaten, wenn der Sand nicht zu heiß ist. 

Dune 45 und weitere

Die Big Daddy Dune ist aber bei weitem nicht die einzige sehenswerte Düne in der Umgebung. 

Auch die Dune 45 oder die Dune 40 nebenan, gehören zu den beliebtesten Fotomotiven. 

Ihren Namen verdankt die Dune 45 dem Umstand, dass die ca. 170 Meter hohe Düne genau 45 km vom Parkeingang entfernt liegt. 

Kommt man vom Parkeingang, so führt ein kleiner Weg von der asphaltierten Straße ab zu der Düne, noch bevor man den 2x4 Parkplatz und das Deadvlei erreicht. 

Auch die Dune 45 ist besonders zum Sonnenaufgang bei morgendlichem Schatten ein faszinierender Anblick. Der Sand der Düne erscheint fast rot, was dadurch bedingt ist, dass der ca. 5 Mio Jahre alte Sand sehr eisenoxidreich ist. 

Wer den ganzen Tag im Park verbringt, kann außerdem insbesondere zum Sonnenuntergang noch die Elim Dune direkt am Parkeingang bestaunen. 

Sesriem Canyon

Ebenfalls direkt hinter dem Eintrittsgate, nur auf der anderen Seite der Elim Dune, liegt der Sesriem Canyon

Dieser Canyon eignet sich ideal als Ziel während der Mittagshitze, wenn es zu heiß bei den Dünen ist und die Schatten dort nicht so schön fallen. 

Der Canyon ist bis zu 30 Meter tief und ca. 1 km lang. 

Im Canyon kann man einen Spaziergang im Schatten machen und dabei die Vögel und mit etwas Glück auch Affen (Baboons) beobachten. 

Je nach Jahreszeit versperren größere Pfützen den Weg. 

Ich fand den Canyon jetzt nicht übermäßig beeindruckend, aber bei einem Tagesausflug in den Park kann man durchaus einen kleinen Abstecher hierhin einplanen.

Solitaire

Auch wenn Solitaire nicht direkt bei der Wüstenlandschaft rund um Sossusvlei liegt, ist der kleine Ort erwähnenswert. 

Grund dafür ist, dass, wenn man aus dem Norden (aus der Richtung Windhoek oder von Walvis Bay aus) in den Süden fährt, hier in der Regel vorbeikommt. 

Der Ort liegt mitten in der Wüste und strategisch günstig direkt an der Kreuzung zweier größerer Verbindungsstraßen. 

Viele nutzen den Zwischenstopp hier deshalb, um das Auto an der Tankstelle aufzutanken oder Snacks zu kaufen. Empfohlen wird dort auch immer, ein Stück Apfelkuchen zu essen - den angeblich besten Apfelkuchen Namibias bei der Mc Gregor`s Bakery - wir fanden ihn ganz vernünftig. 

Während des Zwischenstopps in Solitaire kann man sich außerdem gut die Füße vertreten und die charakteristischen Autowracks und die ikonische alte Zapfsäule anschauen. 

Weiteres

Die genannten Highlights sind sicherlich die beliebtesten und wenn man, wie wir, nur 2 Nächte hier eingeplant hat, dann bleibt einem auch nicht viel mehr Zeit für weitere Unternehmungen. 

Dennoch gibt es auch hier noch mehr zu erleben, wenn man dann doch längere Zeit eingeplant hat. Etwas teurer, aber sicherlich ein unvergleichbares Erlebnis ist bspw. eine Heißluftballonfahrt über die Dünen, oder ein Flug mit dem Segelflugzeug

Neben dem Canyon bietet die Gegend in den Naukluftbergen außerdem weitere Wander- und Spaziermöglichkeiten, wie bspw. den Olive Trail, den Tok Tokkie Trail oder die Waterkloof Wanderung


Walvis Bay

Unser nächster Stopp der Reise war nordwestlich der Wüstenregion am Ufer des Atlantiks die Region um Walvis Bay. Hier unternahmen wir Touren direkt von der Stadt Walvis Bay und übernachteten im nahen Swakopmund. 

Allgemein hat uns Walvis Bay als Stadt, abgesehen von der Flamingo-Lagune, nicht so sehr gefallen - es war eher eine klassische Hafen- und Industriestadt und wir waren deshalb froh, Swakopmund für die Übernachtungen ausgewählt zu haben, was zwar eine knappe Stunde nördlich entfernt lag, dafür aber deutlich netter gewirkt hat - mit netten Cafés, Restaurants und auch größeren Supermärkten. 

Flamingo Lagune & Pink Lakes

Wie schon erwähnt, war Walvis Bay eine klassische Industrie- und Hafenstadt, die verkehrsmäßig recht stark frequentiert war, insbesondere viele LKWs gab es hier, und ansonsten für uns eher als strategischer Startpunkt unserer gebuchter Touren diente. 

Gut gefallen hat uns dann aber doch die Waterfront, an der teurere Villen gebaut wurden und wo man insbesondere einen Blick auf die über die ganze Bucht verteilten Flamingos genießen konnte.

Die Flamingos finden sich kilometerweit über die gesamte Lagune verteilt und suchen im Schlamm nach Nahrung. 

Einen Besuch bei den Flamingos kann man außerdem noch mit einem Blick auf die pinken Salzseen verbinden. 

Die pinken Salzseen finden sich in unmittelbarer Nähe des großen Salzwerkes und dem Salz verdanken sie auch ihren Ursprung. 

Durch die hohe Salzkonzentration wird der Wachstum einer besonderen Algenart gefördert, die ein spezielles Pigment produzieren, das wiederum dem See seine pinke Färbung verleiht. 

Wie intensiv die pinke Färbung ist, hängt von Jahreszeit und Wetter ab - den konkreten Standort, denn nicht überall darf man einfach zu den Salinen spazieren - findet ihr hier.

Swakopmund

Swakopmund ist im Vergleich zu Walvis Bay ganz anders und hat uns auch als Stadt sehr gut gefallen. 

Hier finden sich entlang der Hauptstraße und in den Seitengassen zahlreiche Cafés, Restaurants und Läden. Die Highlights kann man bei einer Guided Tour erleben. 

Aber auch ruhigere Wohngebiete, größere Supermärkte und Tankstellen finden sich in der Stadt, in der man die deutschen und holländischen Einflüsse noch deutlich merkt - bspw. findet sich hier auch ein "Altes Amtsgericht", das auch genau so beschriftet ist. 

Neben dem Stadtkern besteht aber auch Swakopmund aus einer Küstenregion, an der man ebenfalls nette Restaurants und schickere Häuser vorfindet. 

Neben Spazierwegen, gibt es hier auch Sportangebote wie Padel Courts und weiteres. Zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt zählt auch das Woermannhaus, von dessen Turm man einen tollen Blick über die Stadt hast. Auch der rot-weiße Leuchtturm zählt zu den Wahrzeichen der Stadt.

Einen Ausflug wert ist außerdem auch die "Jetty", ein ca. 300 m langer Steg aufs Meer, von dem man wunderbar den Sonnenuntergang genießen kann. 

Einen Besuch der Jetty kann man mit einem Abendessen in einem der beliebten Restaurants - Jetty 1905 oder The Tug verbinden. 

Sandwich Harbour

Für uns DAS Highlight in der Region war aber die Sandwich Harbour Jeeptour. 

An kaum einem anderen Ort auf der Welt findet man derart hohe Sanddünen, die quasi direkt ins Meer münden. 

Die beste (und ehrlich gesagt einzige - denn auf eigene Faust darf man hier in der Regel nicht hinfahren) Option ist eine geführte Jeeptour, auf der die Fahrer natürlich einige Erfahrung im Fahren in dem tiefen Sand und auf den steilen Dünen mitbringen. Außerdem beinhalten diese Touren in der Regel auch noch ein Picknick mit Getränken und Snacks. 

Besonders gut gefallen hat uns außerdem auf unserer Tour auch, dass Sandboarding angeboten wurde, was richtig Spaß gemacht hat - das ist aber sicherlich vom konkreten Guide abhängig. 

Die Touren dauern in der Regel einen halben Tag und werden entweder vormittags oder nachmittags angeboten. 

Auch Sonnenuntergangstouren werden angeboten, bei der ein erfahrener Guide besonders wichtig ist, damit man nicht alleine im Sand stecken bleibt und im Park übernachten muss. 

Bootstour

Neben den Sanddünen von Sandwich Harbour zählen auch diverse Bootstouren zu den Highlights der Region. 

Eine dieser Touren, die auch wir gebucht hatten, führt raus auf das offene Meer auf der Suche nach Robben, Pelikanen, Schildkröten, Delfinen und sogar Walen, wenn man ganz viel Glück hat - das hatten wir leider nicht. 

Die Bootstour startet von der Waterfront von Walvis Bay und nachdem man eine Weile unterwegs war, wird auf dem Boot ein ausgiebiges Mittagessen - inkl. Austern und Champagner - angeboten. 

Zumindest für diejenigen, die nicht seekrank sind. Für mich war die Kombination des Wellengangs mit dem ausgebliebenen Frühstück jedenfalls genug, dass es mir nicht sooo gut ging. 

Robben sieht man auf der Tour in jedem Fall und teilweise werden diese sogar an Bord gelockt und gefüttert, auch ein Delfinpaar konnten wir beobachten, wie sie in etwas Entfernung ab und zu über Wasser kamen, einen Wal sahen wir leider nicht und wir hatten auch ein bisschen das Gefühl, dass unser Kapitän nicht sonderlich geduldig bei der Suche war. Da Wale aber auch entspannt 30-40 Minuten unter Wasser bleiben, ist es sicher nicht selten, dass man kein Glück hat, auch wenn die Hauptsaison von Juli bis November geht. 

Auch diese Tour wurde als Halbtagestour angeboten und wir planten deshalb beide Touren am selben Tag direkt hintereinander. 

Alternativ kann man sich auch für eine Kayak-Tour zum Pelican Point entscheiden. 

Weiteres

Auch Die Region rund um Walvis Bay hat noch weitere Alternativen zu bieten. Weitere beliebte Aktivitäten sind bspw. Fat Bike oder Quad Wüstentouren, die in der Regel von Swakopmund aus starten. Besonders beliebt ist hier auch die Tour mit der Suche nach den "Little Five", wie dem kleinen Wüstengecko und mehr. 

Auch wenn es rund um Swakopmund oft etwas zu kalt ist, kann man natürlich auch an den Stränden, wie dem Public Beach oder dem Palm Beach baden gehen. 


Spitzkoppe

Unser nächster Stopp - nur für eine Nacht - war dann die Spitzkoppe. Wir verbrachten hier den Nachmittag nach unserer Ankunft und die Nacht und fuhren am nächsten Morgen dann auch schon weiter. Übernachtet haben wir hier im Spitzkoppe Cabin Camp, aber es gibt auch ein Tented Camp und die Möglichkeit, auf einem reservierten Stellplatz, sein Dachzelt aufzuschlagen. 

Bei der Spitzkoppe handelt es sich um einen gut 1700 Meter hohen Granitberg, der aus der flachen Landschaft stein aufragt und aufgrund seiner Form auch "Matterhorn Namibias" genannt wird. 

Das Gebiet rund um die Spitze und die ca. 200m niedrigere "kleine Spitzkoppe" ist ideal für kleine Wanderungen, klettern und echtes Outdoor Feeling. 

Besonders beliebt ist hier in der näheren Umgebung auch der Rock Arch, ein gigantischer Felsbogen und beliebtes Fotomotiv, aber auch die Rock Pools, in denen sich Wasser sammelt, wenn es hier dann doch mal regnet. 

Eine weitere beliebte Aktivität ist der Bushman`s Hike, bei dem man 4000 Jahre alte Felsmalereien bestaunen kann. Alleine ohne Guide darf man hierher nicht wandern.

Das Highlight hier ist neben dem Sonnenauf- und -untergang, wenn die Felsen strahlend rot angeleuchtet werden, vor allem der sternenklare Himmel

An kaum einem anderen Ort auf der Welt kann man derart gut die Sterne und die Milchstraße sehen, wie hier, wo es nahezu keine Lichtverschmutzung gibt. 


Etosha Nationalpark

Ein weiteres Highlight stand als nächstes auf dem Plan - ein Besuch des Etosha Nationalparks für die klassische Safari. Während man hier aber ganz klassisch Game Drives mit Fahrer buchen kann, ist es besonders cool, dass man auch ganz einfach selbst, mit seinem eigenen Auto in den Park fahren und auf Tiersuche gehen kann. 

Wenn man, wie wir, keine Unterkunft mehr im Park findet, denn diese sind sehr schnell ausgebucht, dann sollte man darauf achten, eine zu wählen, die möglichst nah am Eintritts-Gate liegt, sodass man nicht noch früher aufstehen oder später zurückkehren muss. 

Das Highlight hier ist ganz einfach der Park selbst und seine beeindruckende Tiervielfalt. 

Im Mittelpunkt des Parks liegt eine riesige Salzpfanne mit einer Länge von über 120km und der gesamte Park ist sogar mehr als 22.000 km² groß.

Zu den über 100 verschiedenen Säugetierarten hier im Park zählen insbesondere Elefanten, Giraffen, Zebras, Geparden, Leoparden und Löwen und somit 4 der Big 5, denn Büffel findet man in Etosha nicht. 

Das hat einfach den Hintergrund, dass diese in der Vergangenheit Krankheiten übertragen haben und eine Übertragung an das in den Bauernhöfen um den Park gehaltene Weidevieh verhindert werden sollte. 

Wer also auch Büffel, Flusspferde oder Krokodile sehen möchte, der muss weiter östlich in Richtung Zambezi und Okavango, bzw.  nach Botsuana reisen.

Auch eine beeindruckende Vielfalt an Vögeln unterschiedlicher Größen und Farben ist im Park beheimatet.

Man findet die Tiere insbesondere in der Trockenperiode vor allem rund um die teils künstlichen, teils natürlichen Wasserlöcher, wo ganze Elefantenherden oder Raubkatzen auch ganz plötzlich auftauchen können. Es lohnt sich deshalb, sich an einem Wasserloch auch etwas Zeit zu nehmen und nicht nur durch den Park zu hetzen. 

Im Park selbst gibt es außerdem 5-6 Camps, bei denen man entweder übernachten, oder sie für eine Toilettenpause aufsuchen kann. Weitere Infos die für deinen Aufenthalt im Etosha nützlich sind, findest du unten unter Good to know.


Okonjima Nature Reserve

Während meiner Planung der Reise bin ich erst relativ spät auf das Okonjima Nature Reserve aufmerksam geworden. Hierbei handelt es sich um ein privat betriebenes, ca. 22 hektar großes Naturschutzgebiet auf halber Strecke zwischen Etosha und Windhoek. Das Reserve arbeitet eng mit der AfriCat Foundation zusammen, die sich gezielt um die Beobachtung und Analyse von seltenen Tieren - insbesondere Leoparden und Schuppentiere - kümmert. 

Während die Tiere sich ganz regulär und frei im Park bewegen, selbst jagen und fortpflanzen, sind einige der Tiere mit Trackern versehen, die sie mit Ortungsgeräten leichter aufzufinden machen. Uns reizte ein Besuch hier insbesondere, da die Chancen, einen Leoparden zufällig im Etosha zu finden, doch eher sehr gering sind, während die Chancen hier im Rahmen eines geführten Leopard Trekkings doch deutlich höher sind - und wir wurden definitiv nicht enttäuscht. 

Schon allein die Unterkünfte im Reserve sind hochklassig und so kann man hier im Plains Camp und im Bush Camp sehr angenehm wohnen - mit tollen Zimmern und Gemeinschaftsanlagen mit Pool, Wasserlöchern und mehr. 

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit in den Villas zu übernachten, in denen man gleichzeitig einen privaten Koch, Fahrer etc. hat und somit seinen Tag in luxuriösen Verhältnissen vollständig selbst bestimmen kann. 

Auch das Frühstücksbuffet und das abendliche 3-Gänge-Menü haben uns begeistert. 

Das besondere Highlight sind hier aber natürlich die morgens und abends angebotenen 3-4 stündigen Game Drives und man kann sich hier zwischen Nashorn-, Leopard-, Schuppentier- und Hyänen Trekking entscheiden. 

Hier wählt dann jeder Fahrer ein konkretes Tier/ein Rudel aus und man fährt in das Jagdgebiet. Auf dem Weg wird hin und wieder gestoppt und versucht, das Trekking-Signal ungefähr zu orten. Das ist allerdings noch keine Garantie, dass man das Tier dann auch tatsächlich findet, die Chancen stehen aber nicht schlecht. Natürlich kann man auf dem Weg aber auch zufällige Sichtungen haben. 

Wir haben bspw. bei der Anfahrt durch den Park ein Nashorn direkt vor uns die Straße kreuzen sehen und beim Leoparden-Trekking auch eine braune Hyäne entdeckt. 

Natürlich gibt es aber auch alle möglichen anderen Tiere wie Antilopen, Giraffen, Zebras oder Warzenschweine im ganzen Park verteilt. 

Bei einer morgendlichen Tour gibt es vorher Kaffee/Tee und Muffins und Obst, bei der Nachmittags-Fahrt kann man vorab ein (nicht) alkoholisches Getränk für den Sundowner auf dem offenen Safari-Jeep wählen, auch das war ein besonderes Erlebnis. 


Windhoek

Auch wenn aufgrund der landschaftlichen Highlights die Hauptstadt Namibias oft in Vergessenheit gerät, so bietet doch auch Windhoek das ein oder andere Highlight. Ich muss im Nachhinein aber auch sagen, dass ein Tag völlig ausreicht. Wir sind bspw. bei unserer Ankunft erst sehr spät gelandet und dann nur noch zu unserer Unterkunft für die Übernachtung gefahren. An unserem Abreisetag ging der Flug aber auch erst spät abends, sodass wir gegen Vormittag unsere ca. 2 stündige Fahrt von Okonjima antraten und entsprechend noch den Nachmittag hatten, um die ein oder andere Sehenswürdigkeit der Stadt anzuschauen. 

Interessant ist außerdem, dass Windhoek mit einer Höhe von 1700 Metern über dem Meeresspiegel zu den höchstgelegenen Hauptstädten der Welt zählt. 

Christuskirche

Einen für Afrika ungewöhnlichen Anblick, der auf die Kolonialzeit hindeutet, bietet die Christuskirche

Hierbei handelt es sich um eine klassische deutsch-evangelische Kirche mitten im Zentrum der Stadt. 

Während man die Kirche von innen nur mit Guide besuchen kann, werden in ihr noch regelmäßig Messen in deutscher Sprache abgehalten. 

Ein kurzer Besuch von außen reicht meiner Meinung nach aus. 

Besonders praktisch ist, dass die genannten Sehenswürdigkeiten fußläufig voneinander entfernt sind und entsprechend ein Besuch der Sehenswürdigkeiten gut kombiniert werden kann. 

Der Tintenpalast und das Independence Museum sind gleich über die Straße nur einige 100 Meter entfernt. 

Independence Museum

Im Independence Museum kann man, wenn man die nötige Zeit hat, alles über die Geschichte des Landes erfahren.

Schon von außen ist das Gebäude ein beeindruckender Anblick und aufgrund der Form und Bauweise wird das Gebäude von den Einheimischen auch "Coffee Machine" genannt. 

Auf mehreren Etagen chronologisch aufgebaut ist hier die Geschichte des Landes und der lange Weg zur Unabhängigkeit dargestellt. 

Von der Kolonialzeit (mit deutscher Beteiligung), über die Apartheid, den Einfluss Südafrikas bis hin zur Unabhängigkeit 1990 - findet man alles. 

Der Eintritt ist außerdem kostenlos und im obersten Stockwerk gibt es ein Sky Restaurant, das einen großartigen Blick über die Stadt bietet. 

Tintenpalast

Der so genannte Tintenpalast ist das Parlamentsgebäude Namibias und ein beeindruckender Anblick. 

Den Namen verdankt das Gebäude dem Umstand, dass die Beamten hier früher ihre Akten holten, sozusagen ihre "Tinte". 

Besonders schön ist aber der das Gebäude umgebende Garten mit hohen Palmen und bunten Pflanzen, Brunnen und Statuen. 

Auf den Stufen hinauf zum Parlament findet man bspw. die Statuen historischer Persönlichkeiten wie Theophilus Hamutumbangela, Hendrik Samuel Witbooi und Hosea Kutako, nach dem übrigens auch der internationale Flughafen benannt ist. 

Auch wenn das Gebäude derzeit nicht öffentlich zugänglich ist, so lohnt sich doch schon der Blick von außen.

Alter Bahnhof

Interessant ist auch, dass auf der Liste der Highlights der Stadt auch der alte Bahnhof nicht fehlen darf. 

Und dass sogar, obwohl er heute gar nicht mehr genutzt wird, denn der Zugverkehr wurde in Namibia nie so wirklich von der Bevölkerung angenommen. 

Heute versprüht er noch den Kolonialzeit-Flair uns wirkt ein bisschen wie eine Art cooler Lost Place. 

Neben der Bahnhofshalle, kann man auch zu den Gleisen hinauslaufen und die alten Anzeigetafeln fotografieren. 

Weiteres

Wer mehr Zeit in Windhoek einplant, für den bieten sich auch hier weitere gute Optionen. Ebenfalls nicht weit von der Christuskirche entfernt findet sich bspw. die National Art Gallery

In der Shanghai Street bietet der Single Quarter Community Market authentische Speisen und Getränke und auch wenn er offiziell in einem Township liegt, ist es hier ausgesprochen sicher. Natürlich sollte man hier keine teuren Wertgegenstände offen mit sich tragen und gesunden Menschenverstand an den Tag legen. 

In Windhoek werden außerdem auch geführte Stadtbesichtigungen oder Ausritte in die Umgebung angeboten. 

Auch Cafés und Restaurants bietet die namibische Hauptstadt natürlich - der Klassiker ist dabei Joe`s Beerhouse, bei dem man alle Formen von "Game Meat", unter anderem auch Zebra, probieren kann. 


Alternative Orte

Ein Land wie Namibia hat natürlich auch abseits der von uns gewählten Route noch das ein oder andere weitere Highlight zu bieten, das sich definitiv lohnt, wenn man etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, als wir es hatten. 

Der beliebteste unter diesen alternativen Orten, ist sicherlich das Damaraland. Hier findet man beeindruckende Felsformationen und staubige Wüsten, in denen erstaunlicherweise sogar die Wüstenelefanten von Namibia zuhause sind. Besonderes Highlight hier sind die 10.000 Jahre alten Felsmalereien von Twyfelfontein, gepaart mit sanftem Grasland und Wäldern aus Akazien. 

Auch der Fish River Canyon, den wir leider nicht mehr untergebracht bekommen haben, ist sicherlich eine Reise wert - schließlich ist er der tiefste Canyon Afrikas und einer der tiefsten der Welt. Er liegt ganz im Süden des Landes und an der Grenze nach Südafrika. 

Landschaftlich ähnlich wie bei Sandwich Harbour bietet auch die Skeleton Coast nördlich von Swakopmund ein Zusammenspiel aus karger Wüste und stürmischer See. Die an der Küste verteilt liegenden über 100 alten Schiffswracks verdeutlichen den phasenweise hohen Wellengang. Am beliebtesten ist das Wrack der Zeila

Der Waterberg, als einer der höchsten Berge des Landes mit bis zu 2000 Metern Höhe bietet mit seiner grünen Landschaft rundherum optimale Bedingungen um auch das 5. Tier der Big Five - den Büffel zu beobachten. Er liegt am Rande der Kalahari-Wüste, die ein weiteres Highlight des Landes ist. Sie liegt zwischen Angola, Simbabwe und Namibia und bietet ebenfalls die Möglichkeit von weiteren Wildtiersichtungen. 

Die Geisterstadt von Kolmanskop ist ein weiteres beliebtes Ziel - eine Ruinenstadt mit leerstehenden Schulen, Krankenhäusern und mehr, durch die man spannende Touren unternehmen kann. Ebenso beliebt ist ein Ausflug zu den Epupa-Wasserfällen

Der Caprivi-Streifen nördlich von Botswana bietet eine ganz andere Vegetation rund um den Okavango-Fluss und hier kann man sogar auf einem Boot auf Safari-Tour gehen. 

Das alles zeigt, dass das Land eine unglaubliche Vielfalt bietet und sich definitiv auch für eine längere Reise, als die von uns gewählte Highlight-Route, lohnt. 


Tagesplanung

Tag 1: Ankunft in Windhoek & Übernachtung

Am ersten Tag unseres Trips landeten wir erst gegen 20 Uhr abends in Windhoek, weshalb ich diesen Tag nicht offiziell mitzähle. 

Hier angekommen, kauften wir am Flughafen noch eine eSIM, hoben etwas Bargeld ab und holten dann unseren Mietwagen

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung beim Vermieter ging es dann mit dem Mietwagen nur noch zu unserer Unterkunft in Windhoek, wo wir direkt schlafen gingen. 

Tag 2: Fahrt nach Sesriem mit Stopp in Solitaire

So richtig startete unser Trip also erst am nächsten Morgen und wir wachten entspannt auf, frühstückten direkt um die Ecke im Krisjans Bistro und machten einen größeren Einkauf - Wasser und Snacks für die nächsten Tage beim großen SPAR Supermarkt

Anschließend brachen wir dann auch schon auf uns machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Sesriem, im Süden des Landes. Die Fahrtzeit betrug lauf Navi 4 1/2 Stunden, doch auf den größtenteils unbefestigten Gravel Roads, brauchten wir mindestens eine Stunde länger. 

Einen Zwischenstopp zum nachtanken und Beine vertreten machten wir unterwegs in Solitaire, wo wir mittags auch den beliebten Apfelkuchen bei der Mc Gregor`s Bakery probierten. 

Gegen Nachmittag erreichten wir dann unsere Unterkunft, die Sossusvlei Lodge, wo wir noch ein bisschen am Pool entspannten, einen Sundowner-Drink nahmen und dann zu Abend aßen. 

Tag 3: Sossusvlei, Deadvlei & Bid Daddy Dune

Am dritten Tag stand für uns dann das erste richtige Highlight auf dem Programm. 

Wir nahmen uns zum Frühstück nur etwas to go mit und fuhren direkt zum Sesriem Gate, das direkt bei unserem Hotel lag. Das Tor öffnet zum Sonnenuntergang - in dem Fall war es gegen 7:20 und wir waren bereits um 7 am Gate, wo sich schnell eine längere Schlange bildete. Den Eintritt zahlt man bei der Ausfahrt, sodass man direkt bei Öffnung in den Park fahren kann. 

Unser Ziel war direkt am Morgen das Deadvlei und die Big Daddy Dune - aber schon der Weg mit den riesigen Dünen zu beiden Seiten war ein echtes Highlight. Vor allem der Kontrast am frühen Morgen, wenn eine Seite der Düne rot angeleuchtet wird und die andere noch schwarz im Schatten liegt, ist echt besonders und einen kurzen Fotostopp kann man bei der Dune 45 oder 40 einlegen, die besonders schön geschwungen sind. 

Wir ließen uns allerdings nicht viel Zeit und fuhren direkt weiter in Richtung Deadvlei. Hier gelangt man dann irgendwann nach ca. 40 Minuten Fahrt zum letzten 2x4 Parkplatz. Ab hier darf man nur entweder selbst mit einem eigenen 4x4 Fahrzeug weiterfahren, oder man nutzt das kostenpflichtige Shuttle, wenn man sichergehen will, nicht im tiefen Sand steckenzubleiben. 

Wenn man dann beim letzten Parkplatz angelangt ist, dann erkennt man auf einer Karte, wie man am besten zu den beiden größten Highlights gelangt - zum Deadvlei und zur Big Daddy Dune. 

Unser Plan war es eigentlich, erst zum Deadvlei zu gehen und dann auf die Big Daddy Dune zu wandern, doch offensichtlich waren wir falsch abgebogen und fanden uns plötzlich auf dem Weg zur gigantischen Sanddüne wieder. Wir merkten schnell, dass es am besten war, die Schuhe auszuziehen und barfuß hochzustapfen, der Sand war morgens auch noch angenehm kühl. Auf dem Weg und als wir oben angelangt waren, genossen wir den Blick auf das tolle Farben- und Schattenspiel der Dünen und die umliegende Sandwüste. Von hier nahmen wir dann den direkten Weg runter zum Deadvlei, indem wir die über 300 Meter hohe Düne in wenigen Minuten herunterrannten - das hat richtig Spaß gemacht. 

Unten angekommen, nahmen wir uns Zeit für die ikonischen Fotos des Deadvleis und nachdem wir alles genau angeschaut hatten, ging es mit dem Shuttle wieder zurück zu unserem Auto. 

Auf dem Rückweg durch den Park kann man noch die ein oder andere Düne, wie die Dune 45 oder die Elim Dune besteigen, wenn man noch nicht genug hat. Wir entschieden uns noch für einen kurzen Abstecher zum Sesriem Canyon, zu dem der Weg kurz vor Parkausgang rechts abging. 

Gegen Nachmittag entschieden wir uns dann, zurück ins Hotel zu fahren und verbrachten den Nachmittag mit Entspannung am Pool, bevor es abends wieder zum Grillbuffet ging. 

Tag 4: Fahrt nach Walvis Bay, Flamingo Lagune & Swakopmund

Am nächsten Tag ging es für uns dann auch schon wieder weiter und wir fuhren, erneut mit kurzem Zwischenstopp in Solitaire, in ca. 5 Stunden bis nach Walvis Bay

Hier angekommen, nahmen wir uns etwas Zeit und spazierten entlang der Promenade und beobachteten die Flamingos in der Lagune

Anschließend wollten wir noch zu den Pink Lakes fahren, fanden aber den zulässigen Aussichtspunkt nicht, sodass wir wieder umdrehten - den Standort habe ich oben verlinkt, denn wir besichtigten die Lakes am nächsten Tag noch im Rahmen unserer Tour. 

Von Walvis Bay ware es dann noch einmal eine knappe Stunde bis zu unserer Unterkunft in Swakopmund. Nach dem Check-In hier, ging es für uns noch zum Meer und wir spazierten dort entlang, genossen den Sonnenuntergang und zum Abendessen ging es noch ins BlueGrass Restaurant direkt am Wasser. 

Tag 5: Bootstour & Sandwich Harbour Jeeptour

Für Tag 5 hatten wir dann gleich zwei Touren von Walvis Bay aus gebucht. 

Wir starteten morgens mit dem Bootstrip auf der Suche nach den Big Five des Meeres - insbesondere natürlich Walen und Delfinen. 

Auch wenn wir leider keine Wale sahen, sahen wir zumindest viele Robben, die teilweise sogar an Bord kamen, und Delfine und außerdem gab es ein leckeres Lunch mit frischen Austern, Champagner und mehr. 

Auch wenn wir zwischendurch etwas seekrank waren, war der Bootstrip eine nette Aktivität und mit etwas mehr Glück und zur richtigen Jahreszeit kann man eben Wale sehen, was sicherlich beeindruckend ist. 

Nachmittags hatten wir dann eine Sandwich Harbour Jeeptour gebucht, die für uns definitiv das Highlight in der Region war. Als Abholort hatten wir den Bootssteg von Walvis Bay angegeben, aber selbst von seiner Unterkunft in Swakopmund wäre man abgeholt worden. 

Direkt nach Tourstart legten wir einen kurzen Zwischenstopp bei den Pink Lakes ein, die wir ja am Vortag so nicht gefunden hatten und dann ging es weiter in Richtung der beeindruckenden Sanddünen. Hier konnten wir die Aussicht von den hohen Dünen auf die Wüste, die direkt ins Meer übergeht, genießen, von den Dünen mit einem Sandboard runterrasen und mit dem Jeep die Dünen hinauf und am Wasser entlang fahren. Unsere Fahrer bereiteten außerdem zwischendurch auch noch ein leckeres Picknick mit Snacks und Getränken am Strand vor. 

Nachdem wir dann gegen frühen Abend wieder bei unserem Auto in Walvis Bay abgesetzt wurden, fuhren wir wieder in Richtung Swakopmund, wo wir noch einen Spaziergang am Jetty Steg zum Sonnenuntergang unternahmen und dann direkt dort im The TUG Restaurant zu Abend aßen. 

Tag 6: Spitzkoppe & Rock Arch

Nachdem wir am kommenden Tag in Swakopmund noch unsere Vorräte im SPAR Swakopmund aufgefüllt und getankt hatten, frühstückten wir noch entspannt im Slow Town Coffee Roasters, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. 

An diesem Tag stand nur eine Fahrt von ca. 2 Stunden, größtenteils auf asphaltierter Straße, an - denn das Ziel an diesem Tag war die Spitzkoppe

Man hätte auch die Wahl gehabt, über unbefestigte Straßen noch etwas die Skeleton Coast entlang der Schiffswracks zu fahren, was ca. 1 Stunde länger gedauert hätte, waren aber ganz froh über die gut ausgebaute Straße und etwas weniger Fahrtzeit an diesem Tag. 

Gegen Mittag erreichten wir dann unsere Unterkunft, das Spitzkoppe Cabin Camp, direkt am Fuße des Berges. Die Unterkunft war gut ausgestattet, es gab Gemeinschafts-Bäder, eine Feuerstelle und einen Gas-Herd vor der Hütte. 

Da wir noch etwas früh für den Check-In waren, nutzten wir die Zeit für einen Spaziergang zu den Rock Pools und zum Rock Arch und genossen einfach die einmalige Landschaft. 

Nach etwas Entspannung und Lesen bei unserer Unterkunft am Nachmittag machten wir uns dann gegen frühen Abend auf den Weg zum Sunet View Point

Von dort beobachteten wir, wie die Spitzkoppe zum Sonnenuntergang rot angestrahlt wurde, bevor wir bei unserer Unterkunft zu Abend aßen. Wir hatten uns für diesen Tag im SPAR eine Box mit Reis, Hähnchen und Gemüse zusammengestellt, die wir auf dem Herd aufwärmten. 

Ein weiteres Highlight stand dann noch nach Sonnenuntergang auf dem Programm, denn wir entfernten uns etwas von den paar Lichtern am Camp, um einen tollen Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel, samt Milchstraße zu haben. Damit beendeten wir den Tag. 

Tag 7: Fahrt zum Etosha Nationalpark & 1. Game Drive

Zum Frühstück hatten wir uns ebenfalls am Vortag im SPAR noch etwas mitgenommen, was wir unterwegs frühstückten und nachdem wir den Sonnenaufgang vom Rock Arch verfolgt hatten, brachen wir auf in Richtung unserer Lodge am Etosha Nationalpark im Norden. 

Die Fahrtzeit betrug erneut ca. 5 1/2 Stunden und wir machten nur einen kurzen Zwischenstopp in Outjo zum Tanken und Einkaufen im Supermarkt. 

Als wir bei der Toshari Lodge eingecheckt hatten, war es gerade einmal mittags und so entschieden wir uns spontan, den Nachmittag bereits für den ersten Game Drive im Park zu nutzen. 

Von unserer Unterkunft aus war es nur ca. eine Viertelstunde bis zum Andersson Gate, durch das wir den Park betraten. Wir machten die Safaris komplett auf eigene Faust und mit unserem eigenen Mietwagen, was entsprechend natürlich deutlich günstiger ist, als mit einem Guide. Ein 3-Tages-Ticket, welches wir uns an diesem Tag direkt kauften, kostete für 2 Personen und ein Auto 90€. 

Das Ticket kauft man nicht am Eintrittsgate, dort wird nur gecheckt, ob man Plastik und Lebensmittel einführt - Plastiktüten bspw. sind nicht erlaubt, Fleisch darf man mit rein- aber nicht rausnehmen (um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern) - und das Ticket kauft man dann am nächstgelegenen Camp, das bei uns Okaukuejo im Süden war. 

Nach dem Kauf des Tickets drehten wir am ersten Nachmittag, an dem uns nur ca. 3-4 Stunden blieben eine kleinere Runde in Richtung der Wasserlöcher Nebrownii, Olifantsbad und Aus. Hierbei sahen wir am ersten Tag direkt ein Nashorn, das vor uns die Straße überquerte, zahlreiche Zebras und auf der Rückfahrt direkt am Parkausgang eine riesige Elefantenherde direkt neben der Straße. 

Abends gab es Abendessen in der Lodge. Im Nachhinein hätten wir gerne ein Camp im Park gewählt, damit man abends nicht vor Sonnenuntergang schon aus dem Park sein muss, diese sind aber relativ schnell ausgebucht und zumindest war unsere Unterkunft dann nicht weit entfernt vom Gate. 

Tag 8: Etosha in östliche Richtung - Halali

Nach einem schnellen Frühstück an Tag 8, ging es erneut in den Park. Ursprünglich hatten wir uns überlegt, dass wir morgens und abends reinfahren und zwischendurch eine Pause in unserer Lodge machen wollten, hatten dann aber gemerkt, dass der Weg von der Mitte des Parks über das Gate bis zur Unterkunft doch schon eine Stunde dauerte und entschieden uns deshalb, den ganzen Tag im Park zu bleiben und die Zeit zu nutzen, auch wenn die Tiere natürlich zur Mittagszeit weniger aktiv waren. 

An diesem Tag hatten wir geplant uns von Okaukuejo in Richtung Osten zu orientieren und in Richtung des Camps Halali mit den umliegenden Wasserlöchern. Besonders viel los war auf dieser Route rund um die Goas Wasserlöcher. Insgesamt hat uns dieser Teil des Parks aber nur bedingt gefallen, da einige Wasserlöcher und Streckenabschnitte wegen Bauarbeiten gesperrt waren, was zwar offensichtlich nötig war, um die Streckenabschnitte auszubessern, aber dem Safari-Feeling haben die Baugeräte etwas geschadet und wir hatten schon auch das Gefühl, dass wir gerade unterwegs dadurch deutlich weniger Tiere sahen. 

Abends fuhren wir dann wieder zu unserer Lodge, wo wir zu Abend aßen. 

Tag 9: Etosha in Richtung Westen - Olifantsrus

Auch der neunte Tag war noch einmal ein voller Safari-Tag. Da wir noch keine Raubkatzen gesehen hatten, hatten wir uns informiert, wo diese regelmäßig zu sehen sind und waren hier auf das Wasserloch Okondeka - zumindest soll dort ein Löwenrudel in der Nähe oft zu sehen sein - gestoßen. 

Das bedeutete für uns, dass wir uns an diesem Tag eher in Richtung Westen orientierten, was uns eh gut passte, da dort nicht gebaut wurde. 

Direkt nach Einfahrt in den Park bemerkten wir eine Ansammlung von Autos, die offensichtlich eine Gruppe junger Löwen gesichtet hatte. Leider hatten diese aber beschlossen, sich hinzulegen und waren in dem hohen Gras nicht mehr zu sehen. Nach über einer Stunde Wartezeit, denn wir hatten auch oft gelesen, dass man manchmal einfach Geduld braucht, entschieden wir uns dann, weiterzufahren, bisher leider ohne Glück. 

Auch bei Okondeka haben wir keine Löwen oder andere Raubkatzen finden können, was im Etosha vermutlich allgemein schwierig ist, weil der Park derart weitläufig ist und diese eher nachtaktiv sind, man aber erst nach Sonnenaufgang in den Park rein und vor -untergang wieder rausfahren muss, wenn man seine Lodge außerhalb gewählt hat. Wir erkundeten deshalb die weiteren Wasserlöcher in Richtung des Camps Olifantsrus. Hier sahen wir auch viele Giraffen, Elefanten, Zebras und andere Tiere an diesem Tag und die Dichte an Wasserlöchern war hier deutlich besser, als am Vortag. 

Als wir abends dann wieder zum Parkausgang fuhren, hatten wir uns bereits damit abgefunden, dass wir zwar viel gesehen hatten, Raubkatzen allerdings leider nicht und dann fanden wir tatsächlich, erneut an der Stelle von morgens, nur wenige Meter weiter, doch wieder das Löwenrudel von morgens und hatten einen tollen Blick auf zwei junge Löwen - ein super Abschluss unserer Safari-Tage. 

Tag 10: Fahrt nach Okonjima & Leopard Trekking

Am nächsten Morgen hätten wir theoretisch noch einmal einen morgendlichen Game Drive machen können, entschieden uns aber dagegen, auch weil wir dann noch ein neues Ticket hätten kaufen müssen. 

Stattdessen frühstückten wir entspannt in unserer Lodge und fuhren anschließend zu unserem letzten Zwischenstopp - zum Okonjima Nature Reserve. Die Fahrtzeit betrug gute 2 Stunden und wir erreichten das Camp entsprechend schon gegen Mittag. 

Nach unserer Ankunft bekamen wir erst einmal einen Welcome-Drink, den wir am Wasserloch direkt vor der Haupthalle der Unterkunft genossen. Anschließend zeigte uns ein Mitarbeiter die Unterkünfte.

Für den Nachmittag hatten wir uns an diesem Tag für das Leopard Trekking angemeldet, bei dem wir direkt Glück hatten uns ein junges Leopardenpaar entdeckten. Das war schon ein besonderes Ereignis, die Leoparden aus nächster Nähe zu beobachten (die übrigens gerade Paarungszeit hatten). Ein perfekter Abschluss war auch der Sundowner Drink zum Sonnenuntergang auf dem Safari-Wagen und das anschließende 3-Gänge Menü nach unserer Rückkehr zum Abendessen. 

Tag 11: Fahrt zurück, Nachmittag in Windhoek & Rückreise

Und dann war auch schon unser letzter Tag gekommen. 

Da wir eine Hyäne und auch ein Nashorn schon zufällig gesehen hatten und ein Pangolin Trekking nicht verfügbar war, entschieden wir uns einfach für ein weiteres Leoparden-Trekking und wir sollten nicht enttäuscht werden. An diesem Tag fanden wir einen Leoparden, der auf einen Baum kletterte, auf dem er sein Frühstück, eine Antilope, verspeiste und eine Leopardenmutter mit einem Jungtier, ca. 10 Monate alt, das seine ersten Jagdversuche unternahm, für ihn leider ohne Erfolg. 

Nach dem morgendlichen Game Drive mit unserem Guide frühstückten wir dann noch ganz entspannt, bevor wir gegen frühen Mittag in Richtung Windhoek aufbrachen, von wo wir abends zurückfliegen sollten. 

In Windhoek angekommen, nutzten wir den Nachmittag noch für eine kurze Besichtigung der wichtigsten Highlights - wie der Christuskirche, dem Tintenpalast, dem Independence Museum (nur von außen) und dem alten Bahnhof. Nachmittags aßen wir dann bei Joe`s Beerhouse noch zu Mittag. 

Da uns noch etwas Zeit blieb und wir nicht wussten, was wir noch machen sollten - wir waren lieber früher losgefahren, als wir mussten, weil man ja nie weiß, ob mit dem Auto alles klappt und insbesondere mit den Reifen alles glattgeht - fuhren wir noch einmal zu der Unterkunft der ersten Nacht. Der freundliche Host hatte uns bei unserer ersten Nacht schon angeboten, nochmal wiederzukommen und so verbrachten wir noch etwas Zeit dort am Pool mit Lesen. 

Gegen frühen Abend machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen, wo wir den Mietwagen abgaben und anschließend (da wir wieder etwas zu früh waren) auf unseren Flug nach Hause warteten. Am nächsten Morgen landeten wir dann wieder zuhause

Abwandlungen:

Wenn man nur die Tage zur Verfügung hat, die wir hatten, dann würde ich die Reise wieder genauso planen. Zwar haben wir viel Zeit im Auto verbracht, wir hatten aber nirgendwo das zwingende Gefühl, mehr Zeit zu brauchen. 

Wenn man allerdings mehr Zeit hat, dann würde ich weitere Highlights - insbesondere den Fish River Canyon im Süden, das Damaraland oder den Caprivi-Streifen im Nordosten zusätzlich einplanen. 


Wissenswertes

Anreise:

Nach Namibia, zum internationalen Flughafen in Windhoek, gibt es von einigen europäischen Flughäfen (zB. München) Direktflüge. Die Flugzeit beträgt in der Regel zwischen 9 und 10 Stunden. 

Tendenziell gibt es zwar in Windhoek auch Taxis, da man aber in der Regel einen Mietwagen nimmt, lohnt es sich, diesen direkt am Flughafen abzuholen. 

Reisen von Ort zu Ort:

Grundsätzlich ist Namibia ein ausgezeichnetes Roadtrip-Ziel - man kann also am besten mit einem Mietwagen von A nach B fahren - hier hat man die Wahl zwischen einem 4x4 SUV mit Dachzelt, oder ohne, wenn man in Lodges übernachtet. 

Wählt man eine Gruppenreise mit Führer, dann fährt man oft mit Bussen von A nach B.

Autofahren in Namibia:

Wir haben auf unserer Reise durch Namibia einen Mietwagen gehabt und dort gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Dass das Autofahren Namibia nicht ganz unkompliziert ist, das zeigt sich schon daran, dass man bei der Mietwagenabholung zunächst verpflichtet war, sich ein mehrminütiges Tutorial-Video über das Fahren im Land anzuschauen. Die Zahl der Verkehrstoten ist im Land leider überdurchschnittlich. 

Grund dafür sind vor allem die schlecht ausgebauten Straßen - ca. 70-80% der Straßen sind nicht asphaltierte Gravel Roads, auf denen man grundsätzlich nicht über 70 km/h fahren sollte, in Kurven nochmal deutlich langsamer. Die Gravel Roads sind oft sehr wellig, sodass man wenig Bodenhaftung hat und leicht zur Seite rutscht. Mit einem anderen Fahrzeug als einem SUV kann ich mir gar nicht vorstellen, dort zu fahren und am besten man nimmt auch gleich einen mit 4x4 Antrieb für Sandstraßen. 

Auf den Asphaltstraßen kommt man schneller voran, dort fahren aber entsprechend auch die LKWs und es kommt teilweise zu waghalsigen Überholmannövern, auch hier sollte man aufpassen und geduldig fahren. 

Wichtig ist auch, dass in Namibia Linksverkehr herrscht, auch daran muss man sich ggf. anfangs erstmal gewöhnen. 

All diese Umstände führen dazu, dass man oft etwas länger braucht, als das Navi einem anfangs anzeigt und dadurch, dass man sich die gesamte Fahrt über konzentrieren muss, ist das Fahren grundsätzlich recht anstrengend. Die teilweise leeren Wüstenstraßen sind außerdem noch ermüdend, sodass man hier stets aufpassen sollte - vor allem auch auf kreuzende Tiere. 

Auch das Tanken sollte man gründlich planen, denn oft fährt man kilometerlang, ohne dass ein Ort oder eine Tankstelle zu sehen sind - die Faustregel ist, dass man nicht mit weniger als einem halben Tank eine Strecke angehen sollte. Das Tanken übernehmen die Tankwärte und es gehört sich, diesen ein kleines Trinkgeld zu geben - hierfür sollte man etwas Bargeld dabei haben. Auch über Trinken oder Essen freuen diese sich immer. 

Zwar wird einem auch das im Tutorial-Video gezeigt, aber wer sich damit nicht auskennt, könnte sich vorab auch ein Video zum Reifenwechseln anschauen, denn auch das Platzen von Reifen ist auf den Schotterstraßen keine Seltenheit. 

Bei einem 4x4 Antrieb gibt es außerdem unterschiedliche Einstellungen für Asphalt, Schotter und Sand, aber auch das wird einem in der Regel bei der Mietwagenabholung erklärt. Wenn nicht, sollte man gezielt danach fragen. 

Wenn man von der Polizei angehalten wird (ist uns nur einmal passiert), sollte man seinen internationalen Führerschein griffbereit haben. Hier gibt es teilweise Kontrollstellen und man sieht recht schnell, ob es sich tatsächlich um Polizeibeamte handelt, nur dann sollte man anhalten. Wir hatten allerdings gar keine merkwürdigen Begegnungen. 

Am besten man fährt zwischen Sonnenuntergang und -aufgang keine weiteren Strecken, da es nachts wirklich stockduster ist. 

Für die Fahrten empfiehlt es sich, vorab die nötigen Offline-Karten in Google Maps herunterzuladen, da man zwischendurch oft auch mal kein Netz hat. 

Fortbewegung vor Ort:

Grundsätzlich fährt man sehr viel mit seinem Auto. In Städten oder touristischen Gegenden konnten wir uns gefahrlos zu Fuß bewegen. 

Natürlich muss man hier gesunden Menschenverstand beachten, keine teuren Wertgegenstände in dunklen Gassen mit sich führen, oder nachts in verlassenen Gegenden unterwegs sein. 

Sicherheit:

Auf die Sicherheit bin ich im Grunde schon beim vorherigen Punkt eingegangen. Wir haben uns nie unsicher gefühlt. 

Da Namibia aber natürlich für europäische Verältnisse ein sehr armes Land ist, sollte man einfach nicht unnötige Risiken eingehen. 

Beste Reisezeit:

Die beste Reisezeit für Naminia ist der namibische Winter und somit die Trockenzeit von Mai bis Oktober. Hier fällt sehr wenig Regen und es ist tagsüber angenehm zwischen 20 und 30°C. Nur nachts wird es teilweise sehr kalt, sodass man auch wärmere Sachen für abends einpacken sollte. 

Gesundheit & Impfungen:

Hinsichtlich Impfungen sollte man sich vorab definitiv ärztlichen Rat einholen. Neben den Klassikern wie Hepatitis oder auch Tollwut, kann je nach genauem Reisziel ein Gelbfieberimpfung oder Malaria-Prophylaxe sinnvoll sein. Malaria ist allerdings wenn dann nur ganz im Norden des Landes verbreitet und in der Trockenzeit gibt es sehr wenig Mosquitos. 

Wenn man doch einmal ärztlichen Rat/Behandlung braucht, dann gibt es grundsätzlich in den Großstädten eine gute ärztliche Versorgung und Apotheken.

Sprache:

Gesprochen wird in Namibia neben Afrikaans immer auch Englisch, sodass man sich mit Englisch sehr gut zurechtfinden wird. 

Währung und Zahlungsarten:

Die Währung Namibias ist der Namibian Dollar. Während unserer Reise 2026 war 1€ knapp 20 Dollar wert. 

Als Besonderheit gilt hier, dass man mit dem gleichen Kurs in Namibia auch mit dem südafrikanischen Rand bezahlen kann. 

Grundsätzlich kann man meistens mit der Karte zahlen, für Trinkgelder in Restaurants, auf Touren, beim Tanken, auf Safaris etc. sollte man aber etwas Bargeld abheben. Wir haben bspw. 150€ für 2 Personen und 10 Tage abgehoben. 

10% Trinkgeld ist ungefähr der Standard. 

Wichtig ist, dass man in Namibia oft kein Netz hat und entsprechend die Bezahlung mit dem Smartphone, bspw. Apple-Pay, nicht funktioniert hat. Man sollte deshalb immer auch seine physische Karte samt PIN bereithalten. VISA oder MasterCard funktioniert in der Regel.

Hygiene:

Grundsätzlich ist die Hygiene in Namibia recht gut. Natürlich muss man, wie immer an solchen Orten, etwas mit Eis oder Wasser aus der Leitung aufpassen, weshalb wir zum Zähneputzen lieber abgepacktes Wasser genutzt haben. Bei 1-2 Lodges stand aber ausdrücklich auch, dass das Wasser aus der Leitung trinkbar ist. 

Auch das Essen war grundsätzlich kein Problem, wir haben aber auch überwiegend in guten Lodges oder Restaurants gegessen.

Wir nehmen neuerdings immer vorbeugend täglich Perenterol und hatten keine größeren Verdauungsprobleme, haben es hier aber vergessen und hatten keine Probleme. 

Touren & Tickets:

Den Eintritt bspw. in den Etosha Nationalpark oder zu Sossusvlei am Sesriem Gate haben wir immer unkompliziert vor Ort gezahlt. 

Einzig für Touren, insbesondere rund um Walvis Bay, lohnt es sich, diese je nach Verfügbarkeit vorab zu buchen: 

Einreise & Visum:

Für Namibia ist derzeit für Europäer ein Touristenvisum nötig, dass man entweder vorab hier beantragen kann, oder als Visa on arrival bei der Ankunft - hier können die Schlangen allerdings zu mehr Wartezeit führen. 

Mobile Daten:

Tatsächlich haben wir bei unseren üblichen eSIM-Anbietern entweder keine eSIM für Namibia gefunden, oder diese hat nicht funktioniert. 

Hier sollte man deshalb tatsächlich, um auf Nummer sicher zu gehen, direkt am Flughafen eine eSIM kaufen und kann sich diese dort auch direkt einrichten lassen. 

Es gibt dort unterschiedliche Tarife - je nach Reisedauer und Datenvolumen.

Einkaufen & Verpflegung:

Während man in Lodges in der Regel gute Buffets inkludiert hat, sollte man beim Camping vorausschauend planen. 

In den größeren Städten gibt es immer große Supermärkte mit einem großen Sortiment und vielen internationalen Produkten, sodass man sich hier gut eindecken kann. Auch Kühlboxen werden dort verkauft, was sich als sehr hilfreich herausstellen kann. 

Für die Fahrten sollte man immer darauf achten, dass man genug Wasser dabei hat - und insbesondere bei den Safaris auch griffbereit. 

In Städten wie Swakopmund oder Windhoek gibt es auch viele gute Cafés und Restaurants. 

Etosha Nationalpark:

Speziell für den Etosha-Nationalpark gibt es weitere Besonderheiten zu beachten:

Wie schon erwähnt muss man bei der Einfahrt nachweisen, dass man keine unnötigen Plastik-Verpackungen dabei hat und Fleischprodukte dürfen nur ein- aber nicht ausgeführt werden - beides wird kontrolliert. 

Als Fahrer muss man seinen Pass immer dabei haben und bei Ein- und Ausfahrt vorzeigen. 

Im Park beträgt die Höchstgeschwindigkeit 60km/h - meist sind es Schotterstraßen und natürlich können jederzeit Tiere auf die Straße laufen, die immer Vorrang haben. 

Hilfreich ist auf jeden Fall die Etosha App. Sie funktioniert nur im Park und ist nicht 100% aktuell (teilweise sind Wasserlöcher nicht mehr zugänglich), zeigt aber recht verlässlich die Fahrtzeiten und Distanzen von seinem Standort bis zum anvisierten Wasserloch, Camp oder Gate an - das ist insbesondere hilfreich, um abends rechtzeitig am Gate anzukommen. 

Zwischen einigen Wasserlöchern sind die Fahrten recht lang und man wird auch mal längere Abschnitte ohne Tiersichtungen erleben, da wird einem bewusst, wie riesig der Park ist. An den Löchern braucht man dann oft auch etwas Geduld und sollte auch mal 20-30 Minuten warten, denn manche Tiere, selbst Elefantenherden oder Raubkatzen, tauchen manchmal ganz plötzlich und unerwartet aus den umliegenden Büschen auf. 

Aussteigen ist natürlich strengstens verboten und hierfür sollte man lediglich die in der App eingezeichneten Restrooms und Camps nutzen - hier kann man dann das WC aufsuchen oder mal die Beine durchstrecken. 

Auch bei Mehrtagestickets ist die Wartezeit morgens am Gate dieselbe, denn man wird dennoch wieder in einer Liste erfasst und kontrolliert. Es lohnt sich deshalb, ca. eine halbe Stunde vor Gate-Öffnung schon dort zu sein, denn es bildet sich recht zügig eine längere Schlange. 

 

Packliste:

Neben den üblichen Dingen ist die Kleidungswahl beim Packen wichtig. Insbesondere im namibischen Winter sind warme Klamotten für morgens, nachts und abends wichtig. Beim Camping natürlich umso mehr. 

Tagsüber sind lange Leinenklamotten ideal. Auch Mosquito-Spray und Sonnencreme darf im Gepäck nicht fehlen, genauso wie ein Hut.

Die Steckdosen in Namibia sind in der Regel Typ D und M, sodass man hier auch an einen Adapter denken sollte. 

Die Mitnahme einer Drohne lohnt sich meiner Meinung nach weniger, da sie in den meisten Gebieten verboten ist. 

Hotelbuchung:

Natürlich ist das Campen und ein Fahrzeug mit Dachzelt eine tolle Erfahrung. Ob man sich für diese Variante entscheidet hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie rechtzeitig man bucht. 

Insbesondere in der Hauptreisezeit sind Camping-Plätze, aber auch andere Unterkünfte und Lodges sehr schnell ausgebucht. Wir haben 2-3 Monate vor unserer Reise wirklich nicht mehr viel Auswahl gehabt. Auch die Camps im Etosha sind bspw. sehr schnell ausgebucht. 

Preisniveau & Armut:

Auch wenn Namibia für afrikanische Verhältnisse vermutlich nicht besonders arm ist, haben wir schon gemerkt, dass nicht jeder hier ein Leben in Wohlstand führt. Besonders aufgefallen ist uns das dadurch, dass wir oft (an Tankstellen etc.) nach Essen und Trinken gefragt wurden oder dieses sehr gerne angenommen wurde, wenn wir was verteilt haben. 

Das Preisniveau in Supermärkten oder Touristenregionen haben wir nicht als besonders günstig empfunden. 

Unterkünfte haben pro Nacht durchschnittlich 50-200€ für 2 Personen gekostet, unser Mietwagen 600-700€ für 10 Tage und ca. 200-250€ fürs Tanken, eine Mahlzeit in einem vernünftigen Restaurant für 2 Personen ca. 50-60€ und der 3-Tages-Eintritt in den Etosha bspw. 90€ für uns beide mit Fahrzeug. 

Das Visum hat ca. 80€ pP gekostet. 


Unterkunftsempfehlungen

Insgesamt waren wir bei der Buchung unserer Unterkünfte recht spät dran, sodass wir nicht mehr viel Auswahl hatten, waren aber überwiegend zufrieden:

  • Windhoek (1 Nacht): Bokmakierie Villas - tolle Unterkunft, unglaublich nette Gastgeber, gute Lage und Außenbereich mit Pool;
  • Sossusvlei (2 Nächte): Sossusvlei Lodge - super Unterkunft, sehr leckeres Grillbuffet, gute Bar- und Poolanlage, Lage direkt am Sesriem-Gate;
  • Swakopmund (2 Nächte): Wild Eden - die Unterkunft können wir nur bedingt empfehlen, nette Gastgeberin, aber sehr veraltet, dafür günstig;
  • Spitzkoppe (1 Nacht): Cabin Camp - guter Standard, direkte Lage an der Spitzkoppe, Gemeinschafts-Bad, Outdoor-Küche;
  • Etosha (3 Nächte): Toshari Lodge - guter Standard, reichhaltige Buffets, nette Anlage, Personal aber leider nicht freundlich, nah am Gate gelegen;
  • Okonjima (1 Nacht): Plains/Bush Camp - sehr guter Standard, schöne Anlage und Gemeinschaftsräume, Pool, leckeres Essen, Freundliches Personal & Trekkings.

Im Etosha Park oder bei Sossusvlei kann es vorteilhaft sein, Camps im Park zu wählen, da man dann nicht von den Öffnungszeiten abhängig ist. Die Unterkünfte sind aber oft mehrere Monate im Voraus ausgebucht, sodass man sich damit nicht zu viel Zeit lassen darf. 


Essensempfehlungen

Grundsätzlich haben wir auf unserer Reise meistens bei uns in der Unterkunft gegessen und mittags nur Snacks aus dem Supermarkt. An der Spitzkoppe haben wir uns auch Essen aus dem Supermarkt aufgewärmt. Die Supermärkte sind sehr gut ausgestattet. 

Lediglich in Windhoek und Swakopmund waren wir auswärts essen und das waren unsere Empfehlungen:

Typische Speisen:

Argentinien:

  • Braai: Ein traditionelles Grillevent - es gibt auch sämtliche Antilopenarten - wie Kudu, Eland, Springbok & mehr;
  • Potjiekos: Traditioneller Eintopf mit Fleisch und Gemüse;
  • Kapana: Hauchdünn geschnittenes Rindfleisch - mit Chilipulver serviert;
  • Biltong: Das Trockenfleisch (wie Beef Jerky) findet man nahezu überall; 
  • Boerewors: pikante und dünne Grillwurst;

Insgesamt wird sehr viel Fleisch gegessen, aber auch deutsche Einflüsse sind bei Backwaren spürbar.

Restaurant-Tipps:

Café-Tipps:


Fotoeindrücke


Unser Namibia-Roadtrip hat uns sehr gut gefallen. Wir hätten uns gerne etwas mehr Zeit für die Reise genommen und noch weitere Ziele besucht, aber fanden im Nachhinein, dass die Zeit für die Orte, an denen wir waren, ausreichend war. 

Etwas Punktabzug gibt es dafür, dass wir insgesamt sehr viel Zeit im Auto verbracht haben und das Fahren teilweise recht anstrengend war. 

Dennoch war die Mischung aus landschaftlichen Highlights, der unglaublichen Tierwelt und der Küste wirklich einmalig. Die Fahrten waren zwar lang, dennoch war es ein richtiges Freiheitsgefühl. 

Wir können uns zwar schon vorkommen, nochmal wiederzukommen, aber zuerst stehen bei uns andere afrikanische Länder - insbesondere die Nachbarländer Botswana und Zimbabwe auf dem Programm. 

Insgesamt eine tolle Reise, die ich jedem empfehlen kann. Auch als Afrika-Einstiegsland eignet sich Namibia, da wir uns wirklich überall total sicher gefühlt haben.

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