Namibia - das Land im Südwesten Afrikas, nördlich von Südafrika - bietet nicht nur klassisches Safari-Erlebnis in und um den Etosha Nationalpark, sondern auch atemberaubende Wüstenlandschaften im Süden, Küstenabschnitte und ein richtiges Roadtrip-Erlebnis.
Wir haben 10-11 Tage in Namibia verbracht, was unserer Meinung auch ausreicht, um die beliebtesten Ziele des Landes zu bereisen. Natürlich kann man hier aber auch deutlich mehr Zeit verbringen und viele verknüpfen ihre Reise nach Namibia auch mit den Nachbarländern wie Südafrika, Botswana und Simbabwe. Auch wir hatten darüber nachgedacht, mussten uns allerdings aus Zeitgründen auf Namibia beschränken.
So haben wir in der Zeit einige Kilometer abgerissen und dabei unvergessliche Momente in unterschiedlichsten Regionen erleben können.
Quick Facts
Roadtrip
Namibia ist ein klassisches Roadtrip-Land und auch wenn die Straßen nicht immer die besten sind, ist das Land darauf ausgerichtet und bietet die nötige Infrastruktur.
Etosha-Nationalpark
Für viele das Highlight einer Afrika-Reise ist natürlich das Safari-Erlebnis und im Etosha kann man sogar ganz easy mit dem eigenen Mietwagen selbst fahren.
Armut
Dadurch, dass man während seines Roadtrips durch das ganze Land fährt und mit den Einwohnern in Kontakt kommt, erlebt man die Armut an einigen Stellen hautnah.
Im Folgenden gebe ich euch hilfreiche Informationen zu diesen Themen:
- Routenplanung
- Highlights
- Tagesplanung
- Wissenswertes
- Unterkunftsempfehlungen
- Essensempfehlungen
- Fotoeindrücke
- Fazit
Wir haben diese Reise Anfang August 2026 unternommen.
Außerdem findest du am Ende der Seite meine komprimierten PDF Guides zum Download für unterwegs.
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Routenplanung
Unsere Reise startete mit dem Abflug aus München. Wir flogen morgens los und landeten, nach einem kurzen Zwischenstopp in Zürich, am selben Tag abends gegen 20 Uhr in Windhoek - wo wir die erste Nacht verbrachten.
Am nächsten Tag fuhren wir dann mit unserem Mietwagen in den Süden des Landes, nach Sesriem, in der Nähe der Sossusvlei Wüste, wo wir 2 Tage verbrachten.
Nach der zweiten Nacht dort, fuhren wir weiter in Richtung Nordwesten bis nach Walvis Bay, wo wir in der Nähe 2 Nächte in Swakopmund verbrachten.
Einen kurzen Zwischenstopp machten wir anschließend bei der Spitzkoppe, bei der wir eine Nacht verbrachten, bevor wir weiter in Richtung Norden fuhren.
Beim Etosha Nationalpark verbrachten wir die nächsten 3 Tage und machten Self-Drive Safaris in den Nationalpark.
Einen letzten Stopp für einen Tag hatten wir dann noch beim Okonjima Nature Reserve eingeplant und da wir am Abflugtag erst um 21:30 flogen, hatten wir an unserem letzten Tag noch ein paar Stunden, in denen wir uns Windhoek etwas näher anschauten. Von hier ging es dann abends wieder nach Hause.
Sehenswertes
Sossusvlei
Die Wüstenregion im Süden des Landes ist vielen unter dem Begriff Sossusvlei bekannt, dabei ist Sossusvlei in Wirklichkeit eine einzelne Salzpfanne inmitten des von hohen Sanddünen durchzogenen Teils des Namib-Naukluft-Parks.
Sossusvlei und Deadvlei
Das Sossusvlei und Deadvlei gehören zu den beliebtesten Wahrzeichen des Landes, wobei viele sogar nur das Deadvlei besuchen. "Vlei" steht dabei für Pfanne, da es sich bei den beiden Sehenswürdigkeiten jeweils um von hohen Sanddünen umschlossene Salz-Ton-Pfannen handelt.
Nur alle paar Jahre kommt es hier tatsächlich zu Niederschlag und dann füllt sich das Becken mit türkisblauem Wasser.
Einen besonderen Kontrast zu dem hellen Boden und den orangenen Dünen ringsum bilden die dunklen Stämme der seit Jahren ausgestorbenen Kameldornbäume. Trotz dessen, dass diese schon lange ausgestorben sind, verwesen sie nicht weiter, da sie von der trockenen Wüstenluft konserviert werden.
Dieses Zusammenspiel führt dazu, dass das Deadvlei heute einer der beliebtesten Fotospots von ganz Afrika ist.
Insbesondere in den Morgen- und Nachmittagsstunden werfen die Bäume markante Schatten auf den hellen Boden. Man gelangt zum Deadvlei entweder mit dem eigenen SUV (nur mit 4x4 Antrieb) oder man nimmt vom letzten Parkplatz aus das Shuttle durch den letzten Sandabschnitt.
Big Daddy Dune
Die umliegenden Dünen sind definitiv ein weiteres Highlight in der Region - allen voran natürlich die Big Daddy Dune, auch Crazy Dune genannt.
Mit einer Höhe von 325 bis 380 Metern wird sie oft als höchste Düne der Welt betrachtet.
Auch die Big Daddy Dune zählt als Teil des Namib-Sandmeers zum UNESCO Welterbe.
Wenn man morgens bereits in den Park einfährt hat man die Möglichkeit, den markanten Kontrast an der Düne zu sehen, wenn die eine Seite noch komplett im Schatten liegt.
Auch für das Erklimmen eignen sich am besten die Morgenstunden, wenn es noch nicht zu heiß ist und die Anstrengung im Rahmen gehalten werden kann.
Während viele andere tatsächlich in voller Wanderausrüstung, inklusive Wanderschuhen, auf die Düne hinaufstiegen, haben wir festgestellt, dass es barfuß doch am angenehmsten war. Das geht aber natürlich nur morgens in den Wintermonaten, wenn der Sand nicht zu heiß ist.
Dune 45 und weitere
Die Big Daddy Dune ist aber bei weitem nicht die einzige sehenswerte Düne in der Umgebung.
Auch die Dune 45 oder die Dune 40 nebenan, gehören zu den beliebtesten Fotomotiven.
Ihren Namen verdankt die Dune 45 dem Umstand, dass die ca. 170 Meter hohe Düne genau 45 km vom Parkeingang entfernt liegt.
Kommt man vom Parkeingang, so führt ein kleiner Weg von der asphaltierten Straße ab zu der Düne, noch bevor man den 2x4 Parkplatz und das Deadvlei erreicht.
Auch die Dune 45 ist besonders zum Sonnenaufgang bei morgendlichem Schatten ein faszinierender Anblick. Der Sand der Düne erscheint fast rot, was dadurch bedingt ist, dass der ca. 5 Mio Jahre alte Sand sehr eisenoxidreich ist.
Wer den ganzen Tag im Park verbringt, kann außerdem insbesondere zum Sonnenuntergang noch die Elim Dune direkt am Parkeingang bestaunen.
Sesriem Canyon
Ebenfalls direkt hinter dem Eintrittsgate, nur auf der anderen Seite der Elim Dune, liegt der Sesriem Canyon.
Dieser Canyon eignet sich ideal als Ziel während der Mittagshitze, wenn es zu heiß bei den Dünen ist und die Schatten dort nicht so schön fallen.
Der Canyon ist bis zu 30 Meter tief und ca. 1 km lang.
Im Canyon kann man einen Spaziergang im Schatten machen und dabei die Vögel und mit etwas Glück auch Affen (Baboons) beobachten.
Je nach Jahreszeit versperren größere Pfützen den Weg.
Ich fand den Canyon jetzt nicht übermäßig beeindruckend, aber bei einem Tagesausflug in den Park kann man durchaus einen kleinen Abstecher hierhin einplanen.
Solitaire
Auch wenn Solitaire nicht direkt bei der Wüstenlandschaft rund um Sossusvlei liegt, ist der kleine Ort erwähnenswert.
Grund dafür ist, dass, wenn man aus dem Norden (aus der Richtung Windhoek oder von Walvis Bay aus) in den Süden fährt, hier in der Regel vorbeikommt.
Der Ort liegt mitten in der Wüste und strategisch günstig direkt an der Kreuzung zweier größerer Verbindungsstraßen.
Viele nutzen den Zwischenstopp hier deshalb, um das Auto an der Tankstelle aufzutanken oder Snacks zu kaufen. Empfohlen wird dort auch immer, ein Stück Apfelkuchen zu essen - den angeblich besten Apfelkuchen Namibias bei der Mc Gregor`s Bakery - wir fanden ihn ganz vernünftig.
Während des Zwischenstopps in Solitaire kann man sich außerdem gut die Füße vertreten und die charakteristischen Autowracks und die ikonische alte Zapfsäule anschauen.
Weiteres
Die genannten Highlights sind sicherlich die beliebtesten und wenn man, wie wir, nur 2 Nächte hier eingeplant hat, dann bleibt einem auch nicht viel mehr Zeit für weitere Unternehmungen.
Dennoch gibt es auch hier noch mehr zu erleben, wenn man dann doch längere Zeit eingeplant hat. Etwas teurer, aber sicherlich ein unvergleichbares Erlebnis ist bspw. eine Heißluftballonfahrt über die Dünen, oder ein Flug mit dem Segelflugzeug.
Neben dem Canyon bietet die Gegend in den Naukluftbergen außerdem weitere Wander- und Spaziermöglichkeiten, wie bspw. den Olive Trail, den Tok Tokkie Trail oder die Waterkloof Wanderung.
Walvis Bay
Unser nächster Stopp der Reise war nordwestlich der Wüstenregion am Ufer des Atlantiks die Region um Walvis Bay. Hier unternahmen wir Touren direkt von der Stadt Walvis Bay und übernachteten im nahen Swakopmund.
Allgemein hat uns Walvis Bay als Stadt, abgesehen von der Flamingo-Lagune, nicht so sehr gefallen - es war eher eine klassische Hafen- und Industriestadt und wir waren deshalb froh, Swakopmund für die Übernachtungen ausgewählt zu haben, was zwar eine knappe Stunde nördlich entfernt lag, dafür aber deutlich netter gewirkt hat - mit netten Cafés, Restaurants und auch größeren Supermärkten.
Flamingo Lagune & Pink Lakes
Wie schon erwähnt, war Walvis Bay eine klassische Industrie- und Hafenstadt, die verkehrsmäßig recht stark frequentiert war, insbesondere viele LKWs gab es hier, und ansonsten für uns eher als strategischer Startpunkt unserer gebuchter Touren diente.
Gut gefallen hat uns dann aber doch die Waterfront, an der teurere Villen gebaut wurden und wo man insbesondere einen Blick auf die über die ganze Bucht verteilten Flamingos genießen konnte.
Die Flamingos finden sich kilometerweit über die gesamte Lagune verteilt und suchen im Schlamm nach Nahrung.
Einen Besuch bei den Flamingos kann man außerdem noch mit einem Blick auf die pinken Salzseen verbinden.
Die pinken Salzseen finden sich in unmittelbarer Nähe des großen Salzwerkes und dem Salz verdanken sie auch ihren Ursprung.
Durch die hohe Salzkonzentration wird der Wachstum einer besonderen Algenart gefördert, die ein spezielles Pigment produzieren, das wiederum dem See seine pinke Färbung verleiht.
Wie intensiv die pinke Färbung ist, hängt von Jahreszeit und Wetter ab - den konkreten Standort, denn nicht überall darf man einfach zu den Salinen spazieren - findet ihr hier.
Swakopmund
Swakopmund ist im Vergleich zu Walvis Bay ganz anders und hat uns auch als Stadt sehr gut gefallen.
Hier finden sich entlang der Hauptstraße und in den Seitengassen zahlreiche Cafés, Restaurants und Läden. Die Highlights kann man bei einer Guided Tour erleben.
Aber auch ruhigere Wohngebiete, größere Supermärkte und Tankstellen finden sich in der Stadt, in der man die deutschen und holländischen Einflüsse noch deutlich merkt - bspw. findet sich hier auch ein "Altes Amtsgericht", das auch genau so beschriftet ist.
Neben dem Stadtkern besteht aber auch Swakopmund aus einer Küstenregion, an der man ebenfalls nette Restaurants und schickere Häuser vorfindet.
Neben Spazierwegen, gibt es hier auch Sportangebote wie Padel Courts und weiteres. Zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt zählt auch das Woermannhaus, von dessen Turm man einen tollen Blick über die Stadt hast. Auch der rot-weiße Leuchtturm zählt zu den Wahrzeichen der Stadt.
Einen Ausflug wert ist außerdem auch die "Jetty", ein ca. 300 m langer Steg aufs Meer, von dem man wunderbar den Sonnenuntergang genießen kann.
Einen Besuch der Jetty kann man mit einem Abendessen in einem der beliebten Restaurants - Jetty 1905 oder The Tug verbinden.
Sandwich Harbour
Für uns DAS Highlight in der Region war aber die Sandwich Harbour Jeeptour.
An kaum einem anderen Ort auf der Welt findet man derart hohe Sanddünen, die quasi direkt ins Meer münden.
Die beste (und ehrlich gesagt einzige - denn auf eigene Faust darf man hier in der Regel nicht hinfahren) Option ist eine geführte Jeeptour, auf der die Fahrer natürlich einige Erfahrung im Fahren in dem tiefen Sand und auf den steilen Dünen mitbringen. Außerdem beinhalten diese Touren in der Regel auch noch ein Picknick mit Getränken und Snacks.
Besonders gut gefallen hat uns außerdem auf unserer Tour auch, dass Sandboarding angeboten wurde, was richtig Spaß gemacht hat - das ist aber sicherlich vom konkreten Guide abhängig.
Die Touren dauern in der Regel einen halben Tag und werden entweder vormittags oder nachmittags angeboten.
Auch Sonnenuntergangstouren werden angeboten, bei der ein erfahrener Guide besonders wichtig ist, damit man nicht alleine im Sand stecken bleibt und im Park übernachten muss.
Bootstour
Neben den Sanddünen von Sandwich Harbour zählen auch diverse Bootstouren zu den Highlights der Region.
Eine dieser Touren, die auch wir gebucht hatten, führt raus auf das offene Meer auf der Suche nach Robben, Pelikanen, Schildkröten, Delfinen und sogar Walen, wenn man ganz viel Glück hat - das hatten wir leider nicht.
Die Bootstour startet von der Waterfront von Walvis Bay und nachdem man eine Weile unterwegs war, wird auf dem Boot ein ausgiebiges Mittagessen - inkl. Austern und Champagner - angeboten.
Zumindest für diejenigen, die nicht seekrank sind. Für mich war die Kombination des Wellengangs mit dem ausgebliebenen Frühstück jedenfalls genug, dass es mir nicht sooo gut ging.
Robben sieht man auf der Tour in jedem Fall und teilweise werden diese sogar an Bord gelockt und gefüttert, auch ein Delfinpaar konnten wir beobachten, wie sie in etwas Entfernung ab und zu über Wasser kamen, einen Wal sahen wir leider nicht und wir hatten auch ein bisschen das Gefühl, dass unser Kapitän nicht sonderlich geduldig bei der Suche war. Da Wale aber auch entspannt 30-40 Minuten unter Wasser bleiben, ist es sicher nicht selten, dass man kein Glück hat, auch wenn die Hauptsaison von Juli bis November geht.
Auch diese Tour wurde als Halbtagestour angeboten und wir planten deshalb beide Touren am selben Tag direkt hintereinander.
Alternativ kann man sich auch für eine Kayak-Tour zum Pelican Point entscheiden.
Weiteres
Auch Die Region rund um Walvis Bay hat noch weitere Alternativen zu bieten. Weitere beliebte Aktivitäten sind bspw. Fat Bike oder Quad Wüstentouren, die in der Regel von Swakopmund aus starten. Besonders beliebt ist hier auch die Tour mit der Suche nach den "Little Five", wie dem kleinen Wüstengecko und mehr.
Auch wenn es rund um Swakopmund oft etwas zu kalt ist, kann man natürlich auch an den Stränden, wie dem Public Beach oder dem Palm Beach baden gehen.
Spitzkoppe
Unser nächster Stopp - nur für eine Nacht - war dann die Spitzkoppe. Wir verbrachten hier den Nachmittag nach unserer Ankunft und die Nacht und fuhren am nächsten Morgen dann auch schon weiter. Übernachtet haben wir hier im Spitzkoppe Cabin Camp, aber es gibt auch ein Tented Camp und die Möglichkeit, auf einem reservierten Stellplatz, sein Dachzelt aufzuschlagen.
Bei der Spitzkoppe handelt es sich um einen gut 1700 Meter hohen Granitberg, der aus der flachen Landschaft stein aufragt und aufgrund seiner Form auch "Matterhorn Namibias" genannt wird.
Das Gebiet rund um die Spitze und die ca. 200m niedrigere "kleine Spitzkoppe" ist ideal für kleine Wanderungen, klettern und echtes Outdoor Feeling.
Besonders beliebt ist hier in der näheren Umgebung auch der Rock Arch, ein gigantischer Felsbogen und beliebtes Fotomotiv, aber auch die Rock Pools, in denen sich Wasser sammelt, wenn es hier dann doch mal regnet.
Eine weitere beliebte Aktivität ist der Bushman`s Hike, bei dem man 4000 Jahre alte Felsmalereien bestaunen kann. Alleine ohne Guide darf man hierher nicht wandern.
Das Highlight hier ist neben dem Sonnenauf- und -untergang, wenn die Felsen strahlend rot angeleuchtet werden, vor allem der sternenklare Himmel.
An kaum einem anderen Ort auf der Welt kann man derart gut die Sterne und die Milchstraße sehen, wie hier, wo es nahezu keine Lichtverschmutzung gibt.
Etosha Nationalpark
Ein weiteres Highlight stand als nächstes auf dem Plan - ein Besuch des Etosha Nationalparks für die klassische Safari. Während man hier aber ganz klassisch Game Drives mit Fahrer buchen kann, ist es besonders cool, dass man auch ganz einfach selbst, mit seinem eigenen Auto in den Park fahren und auf Tiersuche gehen kann.
Wenn man, wie wir, keine Unterkunft mehr im Park findet, denn diese sind sehr schnell ausgebucht, dann sollte man darauf achten, eine zu wählen, die möglichst nah am Eintritts-Gate liegt, sodass man nicht noch früher aufstehen oder später zurückkehren muss.
Das Highlight hier ist ganz einfach der Park selbst und seine beeindruckende Tiervielfalt.
Im Mittelpunkt des Parks liegt eine riesige Salzpfanne mit einer Länge von über 120km und der gesamte Park ist sogar mehr als 22.000 km² groß.
Zu den über 100 verschiedenen Säugetierarten hier im Park zählen insbesondere Elefanten, Giraffen, Zebras, Geparden, Leoparden und Löwen und somit 4 der Big 5, denn Büffel findet man in Etosha nicht.
Das hat einfach den Hintergrund, dass diese in der Vergangenheit Krankheiten übertragen haben und eine Übertragung an das in den Bauernhöfen um den Park gehaltene Weidevieh verhindert werden sollte.
Wer also auch Büffel, Flusspferde oder Krokodile sehen möchte, der muss weiter östlich in Richtung Zambezi und Okavango, bzw. nach Botsuana reisen.
Auch eine beeindruckende Vielfalt an Vögeln unterschiedlicher Größen und Farben ist im Park beheimatet.
Man findet die Tiere insbesondere in der Trockenperiode vor allem rund um die teils künstlichen, teils natürlichen Wasserlöcher, wo ganze Elefantenherden oder Raubkatzen auch ganz plötzlich auftauchen können. Es lohnt sich deshalb, sich an einem Wasserloch auch etwas Zeit zu nehmen und nicht nur durch den Park zu hetzen.
Im Park selbst gibt es außerdem 5-6 Camps, bei denen man entweder übernachten, oder sie für eine Toilettenpause aufsuchen kann. Weitere Infos die für deinen Aufenthalt im Etosha nützlich sind, findest du unten unter Good to know.
Okonjima Nature Reserve
Während meiner Planung der Reise bin ich erst relativ spät auf das Okonjima Nature Reserve aufmerksam geworden. Hierbei handelt es sich um ein privat betriebenes, ca. 22 hektar großes Naturschutzgebiet auf halber Strecke zwischen Etosha und Windhoek. Das Reserve arbeitet eng mit der AfriCat Foundation zusammen, die sich gezielt um die Beobachtung und Analyse von seltenen Tieren - insbesondere Leoparden und Schuppentiere - kümmert.
Während die Tiere sich ganz regulär und frei im Park bewegen, selbst jagen und fortpflanzen, sind einige der Tiere mit Trackern versehen, die sie mit Ortungsgeräten leichter aufzufinden machen. Uns reizte ein Besuch hier insbesondere, da die Chancen, einen Leoparden zufällig im Etosha zu finden, doch eher sehr gering sind, während die Chancen hier im Rahmen eines geführten Leopard Trekkings doch deutlich höher sind - und wir wurden definitiv nicht enttäuscht.
Schon allein die Unterkünfte im Reserve sind hochklassig und so kann man hier im Plains Camp und im Bush Camp sehr angenehm wohnen - mit tollen Zimmern und Gemeinschaftsanlagen mit Pool, Wasserlöchern und mehr.
Außerdem gibt es noch die Möglichkeit in den Villas zu übernachten, in denen man gleichzeitig einen privaten Koch, Fahrer etc. hat und somit seinen Tag in luxuriösen Verhältnissen vollständig selbst bestimmen kann.
Auch das Frühstücksbuffet und das abendliche 3-Gänge-Menü haben uns begeistert.
Das besondere Highlight sind hier aber natürlich die morgens und abends angebotenen 3-4 stündigen Game Drives und man kann sich hier zwischen Nashorn-, Leopard-, Schuppentier- und Hyänen Trekking entscheiden.
Hier wählt dann jeder Fahrer ein konkretes Tier/ein Rudel aus und man fährt in das Jagdgebiet. Auf dem Weg wird hin und wieder gestoppt und versucht, das Trekking-Signal ungefähr zu orten. Das ist allerdings noch keine Garantie, dass man das Tier dann auch tatsächlich findet, die Chancen stehen aber nicht schlecht. Natürlich kann man auf dem Weg aber auch zufällige Sichtungen haben.
Wir haben bspw. bei der Anfahrt durch den Park ein Nashorn direkt vor uns die Straße kreuzen sehen und beim Leoparden-Trekking auch eine braune Hyäne entdeckt.
Natürlich gibt es aber auch alle möglichen anderen Tiere wie Antilopen, Giraffen, Zebras oder Warzenschweine im ganzen Park verteilt.
Bei einer morgendlichen Tour gibt es vorher Kaffee/Tee und Muffins und Obst, bei der Nachmittags-Fahrt kann man vorab ein (nicht) alkoholisches Getränk für den Sundowner auf dem offenen Safari-Jeep wählen, auch das war ein besonderes Erlebnis.
Windhoek
Auch wenn aufgrund der landschaftlichen Highlights die Hauptstadt Namibias oft in Vergessenheit gerät, so bietet doch auch Windhoek das ein oder andere Highlight. Ich muss im Nachhinein aber auch sagen, dass ein Tag völlig ausreicht. Wir sind bspw. bei unserer Ankunft erst sehr spät gelandet und dann nur noch zu unserer Unterkunft für die Übernachtung gefahren. An unserem Abreisetag ging der Flug aber auch erst spät abends, sodass wir gegen Vormittag unsere ca. 2 stündige Fahrt von Okonjima antraten und entsprechend noch den Nachmittag hatten, um die ein oder andere Sehenswürdigkeit der Stadt anzuschauen.
Interessant ist außerdem, dass Windhoek mit einer Höhe von 1700 Metern über dem Meeresspiegel zu den höchstgelegenen Hauptstädten der Welt zählt.
Christuskirche
Einen für Afrika ungewöhnlichen Anblick, der auf die Kolonialzeit hindeutet, bietet die Christuskirche.
Hierbei handelt es sich um eine klassische deutsch-evangelische Kirche mitten im Zentrum der Stadt.
Während man die Kirche von innen nur mit Guide besuchen kann, werden in ihr noch regelmäßig Messen in deutscher Sprache abgehalten.
Ein kurzer Besuch von außen reicht meiner Meinung nach aus.
Besonders praktisch ist, dass die genannten Sehenswürdigkeiten fußläufig voneinander entfernt sind und entsprechend ein Besuch der Sehenswürdigkeiten gut kombiniert werden kann.
Der Tintenpalast und das Independence Museum sind gleich über die Straße nur einige 100 Meter entfernt.
Independence Museum
Im Independence Museum kann man, wenn man die nötige Zeit hat, alles über die Geschichte des Landes erfahren.
Schon von außen ist das Gebäude ein beeindruckender Anblick und aufgrund der Form und Bauweise wird das Gebäude von den Einheimischen auch "Coffee Machine" genannt.
Auf mehreren Etagen chronologisch aufgebaut ist hier die Geschichte des Landes und der lange Weg zur Unabhängigkeit dargestellt.
Von der Kolonialzeit (mit deutscher Beteiligung), über die Apartheid, den Einfluss Südafrikas bis hin zur Unabhängigkeit 1990 - findet man alles.
Der Eintritt ist außerdem kostenlos und im obersten Stockwerk gibt es ein Sky Restaurant, das einen großartigen Blick über die Stadt bietet.
Tintenpalast
Der so genannte Tintenpalast ist das Parlamentsgebäude Namibias und ein beeindruckender Anblick.
Den Namen verdankt das Gebäude dem Umstand, dass die Beamten hier früher ihre Akten holten, sozusagen ihre "Tinte".
Besonders schön ist aber der das Gebäude umgebende Garten mit hohen Palmen und bunten Pflanzen, Brunnen und Statuen.
Auf den Stufen hinauf zum Parlament findet man bspw. die Statuen historischer Persönlichkeiten wie Theophilus Hamutumbangela, Hendrik Samuel Witbooi und Hosea Kutako, nach dem übrigens auch der internationale Flughafen benannt ist.
Auch wenn das Gebäude derzeit nicht öffentlich zugänglich ist, so lohnt sich doch schon der Blick von außen.
Alter Bahnhof
Interessant ist auch, dass auf der Liste der Highlights der Stadt auch der alte Bahnhof nicht fehlen darf.
Und dass sogar, obwohl er heute gar nicht mehr genutzt wird, denn der Zugverkehr wurde in Namibia nie so wirklich von der Bevölkerung angenommen.
Heute versprüht er noch den Kolonialzeit-Flair uns wirkt ein bisschen wie eine Art cooler Lost Place.
Neben der Bahnhofshalle, kann man auch zu den Gleisen hinauslaufen und die alten Anzeigetafeln fotografieren.
Weiteres
Wer mehr Zeit in Windhoek einplant, für den bieten sich auch hier weitere gute Optionen. Ebenfalls nicht weit von der Christuskirche entfernt findet sich bspw. die National Art Gallery.
In der Shanghai Street bietet der Single Quarter Community Market authentische Speisen und Getränke und auch wenn er offiziell in einem Township liegt, ist es hier ausgesprochen sicher. Natürlich sollte man hier keine teuren Wertgegenstände offen mit sich tragen und gesunden Menschenverstand an den Tag legen.
In Windhoek werden außerdem auch geführte Stadtbesichtigungen oder Ausritte in die Umgebung angeboten.
Auch Cafés und Restaurants bietet die namibische Hauptstadt natürlich - der Klassiker ist dabei Joe`s Beerhouse, bei dem man alle Formen von "Game Meat", unter anderem auch Zebra, probieren kann.
Alternative Orte
Ein Land wie Namibia hat natürlich auch abseits der von uns gewählten Route noch das ein oder andere weitere Highlight zu bieten, das sich definitiv lohnt, wenn man etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, als wir es hatten.
Der beliebteste unter diesen alternativen Orten, ist sicherlich das Damaraland. Hier findet man beeindruckende Felsformationen und staubige Wüsten, in denen erstaunlicherweise sogar die Wüstenelefanten von Namibia zuhause sind. Besonderes Highlight hier sind die 10.000 Jahre alten Felsmalereien von Twyfelfontein, gepaart mit sanftem Grasland und Wäldern aus Akazien.
Auch der Fish River Canyon, den wir leider nicht mehr untergebracht bekommen haben, ist sicherlich eine Reise wert - schließlich ist er der tiefste Canyon Afrikas und einer der tiefsten der Welt. Er liegt ganz im Süden des Landes und an der Grenze nach Südafrika.
Landschaftlich ähnlich wie bei Sandwich Harbour bietet auch die Skeleton Coast nördlich von Swakopmund ein Zusammenspiel aus karger Wüste und stürmischer See. Die an der Küste verteilt liegenden über 100 alten Schiffswracks verdeutlichen den phasenweise hohen Wellengang. Am beliebtesten ist das Wrack der Zeila.
Der Waterberg, als einer der höchsten Berge des Landes mit bis zu 2000 Metern Höhe bietet mit seiner grünen Landschaft rundherum optimale Bedingungen um auch das 5. Tier der Big Five - den Büffel zu beobachten. Er liegt am Rande der Kalahari-Wüste, die ein weiteres Highlight des Landes ist. Sie liegt zwischen Angola, Simbabwe und Namibia und bietet ebenfalls die Möglichkeit von weiteren Wildtiersichtungen.
Die Geisterstadt von Kolmanskop ist ein weiteres beliebtes Ziel - eine Ruinenstadt mit leerstehenden Schulen, Krankenhäusern und mehr, durch die man spannende Touren unternehmen kann. Ebenso beliebt ist ein Ausflug zu den Epupa-Wasserfällen.
Der Caprivi-Streifen nördlich von Botswana bietet eine ganz andere Vegetation rund um den Okavango-Fluss und hier kann man sogar auf einem Boot auf Safari-Tour gehen.
Das alles zeigt, dass das Land eine unglaubliche Vielfalt bietet und sich definitiv auch für eine längere Reise, als die von uns gewählte Highlight-Route, lohnt.
Tagesplanung
Wissenswertes
Unterkunftsempfehlungen
Insgesamt waren wir bei der Buchung unserer Unterkünfte recht spät dran, sodass wir nicht mehr viel Auswahl hatten, waren aber überwiegend zufrieden:
- Windhoek (1 Nacht): Bokmakierie Villas - tolle Unterkunft, unglaublich nette Gastgeber, gute Lage und Außenbereich mit Pool;
- Sossusvlei (2 Nächte): Sossusvlei Lodge - super Unterkunft, sehr leckeres Grillbuffet, gute Bar- und Poolanlage, Lage direkt am Sesriem-Gate;
- Swakopmund (2 Nächte): Wild Eden - die Unterkunft können wir nur bedingt empfehlen, nette Gastgeberin, aber sehr veraltet, dafür günstig;
- Spitzkoppe (1 Nacht): Cabin Camp - guter Standard, direkte Lage an der Spitzkoppe, Gemeinschafts-Bad, Outdoor-Küche;
- Etosha (3 Nächte): Toshari Lodge - guter Standard, reichhaltige Buffets, nette Anlage, Personal aber leider nicht freundlich, nah am Gate gelegen;
- Okonjima (1 Nacht): Plains/Bush Camp - sehr guter Standard, schöne Anlage und Gemeinschaftsräume, Pool, leckeres Essen, Freundliches Personal & Trekkings.
Im Etosha Park oder bei Sossusvlei kann es vorteilhaft sein, Camps im Park zu wählen, da man dann nicht von den Öffnungszeiten abhängig ist. Die Unterkünfte sind aber oft mehrere Monate im Voraus ausgebucht, sodass man sich damit nicht zu viel Zeit lassen darf.
Essensempfehlungen
Grundsätzlich haben wir auf unserer Reise meistens bei uns in der Unterkunft gegessen und mittags nur Snacks aus dem Supermarkt. An der Spitzkoppe haben wir uns auch Essen aus dem Supermarkt aufgewärmt. Die Supermärkte sind sehr gut ausgestattet.
Lediglich in Windhoek und Swakopmund waren wir auswärts essen und das waren unsere Empfehlungen:
Fotoeindrücke
Fazit
Unser Namibia-Roadtrip hat uns sehr gut gefallen. Wir hätten uns gerne etwas mehr Zeit für die Reise genommen und noch weitere Ziele besucht, aber fanden im Nachhinein, dass die Zeit für die Orte, an denen wir waren, ausreichend war.
Etwas Punktabzug gibt es dafür, dass wir insgesamt sehr viel Zeit im Auto verbracht haben und das Fahren teilweise recht anstrengend war.
Dennoch war die Mischung aus landschaftlichen Highlights, der unglaublichen Tierwelt und der Küste wirklich einmalig. Die Fahrten waren zwar lang, dennoch war es ein richtiges Freiheitsgefühl.
Wir können uns zwar schon vorkommen, nochmal wiederzukommen, aber zuerst stehen bei uns andere afrikanische Länder - insbesondere die Nachbarländer Botswana und Zimbabwe auf dem Programm.
Insgesamt eine tolle Reise, die ich jedem empfehlen kann. Auch als Afrika-Einstiegsland eignet sich Namibia, da wir uns wirklich überall total sicher gefühlt haben.
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