3 Tage - Osaka (Städtetrip)

Osaka - die drittgrößte Stadt Japans unterscheidet sich grundlegend von anderen japanischen Großstädten wie Kyoto oder Tokyo. Osaka ist nicht so historisch geprägt wie Kyoto und nicht so strukturiert und aufgeräumt wie Tokyo, dafür ist die Hafenstadt eines der wichtigsten Handelszentren der Stadt, ein internationaler Business Hub und bietet ein großartiges und lebendiges Nightlife. 

Osaka verfügt über einen großen internationalen Flughafen und kann von Europa aus direkt angeflogen werden. Damit eignet sich die Stadt auch als Start- oder Endpunkt im Rahmen einer Japan-Rundreise oder auch als Zwischenstopp bei einem Trip nach Asien allgemein. 

Quick Facts

Hafenstadt

Osaka als Hafenstadt ist eines der wichtigsten Handelszentren des Landes und einige international Großunternehmen sind hier beheimatet. 

Streetfood

Die Stadt ist außerdem eine richtige Streetfood-Hochburg und insbesondere in den Viertel Dotonbori und Shinsekai kann man sich hier richtig durchprobieren. 

Osaka Castle

Natürlich hat Osaka aber auch kulturell etwas zu bieten, unter anderem mit dem Osaka Castle eine der größten und bedeutendsten Burgen des Landes. 

Im Laufe dieses Journals gebe ich euch hilfreiche Informationen zu folgenden Themen:

  1. Highlights
  2. Tagesplanung
  3. Wissenswertes
  4. Unterkunftsempfehlung
  5. Essensempfehlungen
  6. Fotoeindrücke
  7. Fazit

Wir haben Osaka im Rahmen unserer Japan-Rundreise im April/Mai 2024 besucht.

Meinen PDF Guide für unterwegs, findest du am Ende der Seite. 

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Sehenswertes

Burg von Osaka

Unser erstes Highlight ist die Burg von Osaka. Als eine der größten Burgen des Landes, ist sie eine beeindruckende Erscheinung. 

Bekannt ist sie insbesondere durch ihre bedeutende Rolle bei der Vereinigung Japans im 16. Jahrhundert und sie galt damals als uneinnehmbar. 

Heute bietet die Burg ein Museum auf mehreren Etagen und eine Aussichtsplattform in der Burgspitze, von der aus man einen großartigen 360° Blick über Osaka hat. 

Umgeben ist die Burg von einem schönen Garten und das Gelände wird von einer Mauer und einem Graben geschützt. 

Der Nishinomaru-Garten ist zu jeder Zeit, ganz besonders natürlich bei blühender Kirschblüte, einen Besuch wert. Hier findet sich auch ein Teehaus. 

Auch wenn viele Touristen in das nahegelegene Himeji fahren, um die noch bekanntere Himeji-Burg zu besichtigen, können wir einen Besuch der Osaka-Burg ebenfalls empfehlen, vor allem wenn einem, so wie uns, nicht genug Zeit für einen Ausflug nach Himeji bleibt. 

Insbesondere der Blick von der Aufsichtsplattform oben in der Burg, hat uns sehr gut gefallen.

Wie viele historische Gebäude, wurde auch die Osaka-Burg zwischenzeitlich teilweise niedergebrannt und wieder aufgebaut. 

Ein beliebter Fotospot ist der kleine Japanische Garten auf dem Gelände. Zu diesem gelangt man, wenn man das Gelände über das Otemon Gate betritt und sich dann nach ein paar Metern links hält.

Namba Yasaka Schrein

Auch wer Osaka gegen Ende seiner Reise besucht und zwangsläufig schon einige Schreine gesehen hat, den erwartet mit dem Namba Yasaka Schrein noch einmal etwas ganz anderes. 

Das Besondere an diesem Shintō-Schrein ist die gut 10 Meter hohe und ebenso breite Löwenkopf-Bühne mit aufgerissenem Maul. 

Der Schrein befindet sich zentral im Namba-Viertel

Wann der Schrein genau gebaut wurde, ist nicht bekannt. 1945 wurde er allerdings während der Luftangriffe auf Osaka niedergebrannt. 

1974 wurde der Schrein dann in seiner jetzt bestehenden Form fertiggestellt und ist somit deutlich jünger als die meisten anderen Schreine Japans. 

Das Namba-Viertel bildet das Zentrum Osakas und unterteilt sich in mehrere Teilviertel - zu denen bspw. das Einkaufsviertel Shinsaibashi oder auch das Unterhaltungsviertel Dotonbori zählen. 

Ein Besuch des Schreins lässt sich demnach super mit einem Besuch der umliegenden Viertel verbinden. 

Dotonbori 

Wie schon angeschnitten, ist Dotonbori ein Unterhaltungsviertel inmitten von Osakas Zentrum. Ein Besuch hier ist absolut empfehlenswert. Bekannt ist das Viertel für seine quirligen und bunten Straßen mit zahlreichen Leuchtreklamen. 

Außerdem finden sich hier viele ausgezeichnete Restaurants, insbesondere Izakaya-Restaurants und Snackstände mit Street Food

Wir haben hier beispielsweise in einem leckeren Wagyu-Restaurant gegessen oder auch an einem Stand Takoyaki - eine Spezialität der Küche von Osaka - probiert. 

Takoyaki sind gegrillte Teigbällchen gefüllt mit Oktopus.

Als Nachtisch gab es dann den berühmten Fluffy Cheesecake von Rikuro`s.

Durch das Viertel verläuft auch ein Fluss, an dessen Promenade man super spazieren gehen kann. Hier fällt einem dann auch unweigerlich der Running Glico Man auf einer großen Tafel auf Höhe der Ebisu-Brücke auf, der ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Glico ist in Japan ein bekannter Süßwarenhersteller.  

In Dotonbori findet sich außerdem noch das Don Quijote Riesenrad im Don Quijote Kaufhaus. Das Kaufhaus gibt es in jeder Stadt mehrmals und ist aufgrund seiner großen Auswahl auch selbst einen Besuch wert.

Von oben aus der Riesenradkapsel hat man einen klasse Blick auf den Kanal und die umliegenden Straßen. 

Shinsekai

Auch das Shinsekai-Viertel ist ein sehenswerter Stadtteil Osakas. Hier finden sich entlang der Yokocho Straße ebenfalls große Retro-Schilder und zahlreiche Restaurants und Bars. Insbesondere abends ist das verrückte und lebendige Viertel einen Besuch wert. 

Besonders viel los ist hier an den Wochenend-Tagen. 

Ein Highlight des Viertels ist der am Ende der Yokocho Straße stehende Tsutsutenkaku-Turm, der etwas Ähnlichkeit mit dem Eifeltum hat und abends beleuchtet wird. 

Im fünften Stock des Turms gibt es ebenfalls eine Aussichtsplattform mit einem guten Blick über die Stadt. 

Das Viertel enthält neben einem großen Spiele-Center auch ein Theater. Das bekannte Restaurant für Kugelfisch-Spezialitäten ist aufgrund des riesigen Kugelfischs an der Fassade nicht zu übersehen. 

Der Name des Vergnügungsviertels "Shinsekai" bedeutet übersetzt "Neue Welt" und der Name ist hier eigentlich nicht wirklich Programm. Das Viertel ist insbesondere durch seinen Retro-Charme bekannt und lockt hiermit zahlreiche Touristen täglich. 

Entstanden ist das Viertel auf dem alten Expo-Gelände von 1903 und kann vom Stadtzentrum bequem mit der Bahn erreicht werden. 

Shitennoji-Tempel

Aber auch Osaka hat klassische traditionelle Tempel zu bieten. Einer davon ist bspw. der Shitennoji-Tempel

Dieser Tempel ist einer der ältesten buddhistischen Tempel Japans und befindet sich, wie man dem Namen schon entnehmen kann, im Viertel Tennoji.

Auch das Gelände des Shitennoji-Tempels wurde im Laufe der Jahre mehrfach durch Feuer beschädigt und anschließend wieder aufgebaut. 

Besonders sehenswert sind hier die Haupthalle und die fünfstöckige Pagode

Am Eingang zum inneren Teil des Tempelgeländes steht die Statue zweier Tempelwächter und auf dem Gelände finden sich auch mehrere Gärten und ein Museum. 

Für weniger als 2€ Eintritt kann man den inneren Teil des Geländes betreten. Hier kann man auch eine Wendeltreppe entlang in die Spitze der Pagode gehen. Wir mussten allerdings feststellen, dass der Aufstieg nicht sonderlich lohnenswert ist, da man von oben nicht wirklich eine Aussicht hatte. Von außen war die Pagode aber dennoch sehenswert. 

Weiteres

Weitere sehenswerte Gebäude Osakas sind außerdem das Umeda Sky Building und das Abeno Harukas Hochhaus.

Ein weiteres lohnendes Viertel - insbesondere für Vintage-Läden und trendige Cafés - ist das Viertel Amerikamura. Einen tollen Mix aus grüner Parkanlage und Kunst bietet der Osaka Expo Commemorative Park. Neben dem Shitennoji-Tempel lohnt auch ein Besuch des traditionellen Sumiyoshi Taisha Schreins

Auch der Kuromon Markt ist einen Besuch wert und insbesondere für Familien eignet sich ein Besuch des Osaka Aquariums, des Zoos oder des Universal Studios Japan. Auch der teamLab Botanical Garden von Osaka lockt täglich zahlreiche Besucher an. 


Tagesplanung

Die Routenplanung von oben im Detail, zeige ich hier:

Tag 1: Ankunft in Osaka, Namba Yasaka Schrein & Dotonbori

Nach der Ankunft in Osaka - entweder per internationalem Flug oder wie wir mit dem Zug von Kyoto aus, geht es erstmal ins Hotel zum Check In. 

Nach dem Check-In fuhren wir nach Namba und besichtigten hier zunächst den Namba Osaka Schrein. Zum Abendessen gingen wir direkt zur Zeit der Öffnung zu Wagyu Idaten, wo wir noch einen Platz fürs Abendessen - mit leckerem Wagyu Fleisch - bekamen. Abends schlenderten wir noch ein wenig durch Dotonbori - entlang des Kanals und der beleuchteten Straßen.

Tag 2: Burg Osaka, Shitennoji-Tempel, Dotonbori & Shinsekai

Am nächsten Tag machten wir uns morgens auf den Weg zur Burg von Osaka. Nachdem wir uns diese zuerst von außen angeschaut hatten, nahmen wir uns auch noch etwas Zeit für das Museum innen und die Aussichtsplattform.

Von hier fuhren wir zum Shitennoji-Tempel und trafen uns mittags wieder noch mit Freunden auf einen Kuchen von Rikuro`s in Dotonbori. In dem Viertel holten wir uns zum frühen Abendessen dann auch noch etwas Streetfood - fritierte Oktopusbällchen. Abends schauten wir dann noch das quirlige Viertel Shinsekai mit den leuchtenden Reklamen an. 

Tag 3: Nara Tagestrip

Am nächsten Tag stand für uns ein Tagesausflug nach Nara an. Wir hatten schon vorab beschlossen, dass wir während unseres Aufenthaltes in Osaka einen Tag für einen Trip nach Nara nutzen wollten. Hier hatten wir uns spontan für diesen Tag entschieden, da an diesem Tag das Wetter in Nara etwas besser als in Osaka vorhergesagt war. Die Zugfahrt von Osaka dauert nur eine gute halbe Stunde und so kann man easy morgens hin und abends wieder zurückfahren. 

In Nara angekommen, ging es für uns zu allererst zum Kofuku-Ji Tempel. Von da aus liefen wir ein bisschen durch die Stadt, wo wir an einigen Stellen die Sika-Hirsche fütterten. Mittags fanden wir uns für Tee und Kuchen im Saryo Zeze ein und dann ging es nochmal in den Nara-Deer Park. Auch den Todai-Ji Tempel besichtigten wir nachmittags noch, bevor wir wieder zurück nach Osaka fuhren. Hier aßen wir abends noch bei Gyukatsu Tomita.

Tag 4: Abreise aus Osaka

Am vierten Tag unseres Aufenthaltes in Osaka ging es dann weiter und wir nahmen nach dem Frühstück bei PATHFINDER XNOBU den Zug nach Tokyo.

Abwandlungen:

Auch von unserer Tagesplanung kann man natürlich selbstverständlich abweichen und einige dieser Abweichungen habe ich bereits anklingen lassen. 

In Osaka kann man bspw. noch Zeit für einen Besuch des großen Aquariums oder der Universal Studios von Osaka einplanen. 

Insbesondere wenn man den Trip nach Nara während einer Rundreise von Kyoto plant, dann hat man einen zusätzlichen Tag in Osaka zur Verfügung. 


Wissenswertes

Hier stelle ich euch einige nützliche Informationen zusammen, die für deine Vorbereitung einer Japan-Reise relevant sind:

Anreise:

Wenn eine Reise den Titel Fernreise verdient hat, dann ist es eine Reise nach Japan. Wir flogen von München in knapp 13 Stunden direkt nach Tokyo. Der Rückweg dauerte sogar über 14 Stunden. Das war definitiv unser bisher längster Nonstop-Flug. Die meisten Flüge gehen von Europa zwar nach Tokyo, aber auch der Flughafen Osaka wird angeflogen, sodass auch die Hafenstadt ein guter Startpunkt ist. 

Vom Flughafen Osaka erreicht man in die Stadt in gut 30 Minuten mit dem Zug (Kankai Airport Express oder Nankai Line).

Zug- und Busfahrten zwischen Städten:

Die Städte innerhalb Japans sind grundsätzlich sehr gut vernetzt. Insbesondere zwischen den großen Städten verkehrt der japanische Shinkansen - der Hochgeschwindigkeitszug - der bis zu 320 km/h erreicht. Hiermit legt man die weiteren Strecken deutlich schneller zurück, als mit einem eigenen Auto. Um den richtigen Zug oder Bus zu finden, kann man am besten tagesaktuell bei Google Maps nachschauen. Wir haben es uns für die längeren Strecken einfach gemacht und Tickets für den Shinkansen am Vortag oder am Tag der Reise an einem Ticketschalter gekauft.

Alternativ gibt es in Japan auch noch den JR-Pass. Ein Pass, mit dem man für einen Zeitraum von 7, 14 oder 21 Tagen einen Großteil der Bahnen frei nutzen kann. Hier muss man allerdings genau ausrechnen, ob sich der JR-Pass wirklich lohnt. Für Fahrten mit dem Shinkansen ist regelmäßig ein Aufpreis notwendig und auch bei unserer Reiseroute war es deutlich günstiger, die Fahrten einzeln zu buchen, als den JR Pass zu erwerben. 

Die Züge sind in Japan in der Regel sehr pünktlich und seltene Verspätungen werden teilweise in Sekunden angezeigt. Außerdem sind die Züge sehr komfortabel und man hat ordentlich Beinfreiheit. Was es allerdings in den Zügen nicht gibt, sind Gepäckablagen inmitten eines Abteils. Hierfür gibt es die erste und letzte Reihe eines Abteils, bei der dahinter extra Stauraum für große Gepäckstücke vorhanden ist. Wenn man also mit größeren Koffern reist, sollte man diese Plätze reservieren. Wenn man sich hieran nicht hält, kann es sogar sein, dass man ein Bußgeld (knapp 10€) zahlen muss. Fernreisebusse haben im Gegensatz zu Stadtbussen in der Regel klassischen Gepäckstauraum unten im Bus.

Öffentlicher Verkehr in den Städten:

Aber nicht nur bei den Zug-und Busreisen zwischen den Städten, auch bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs in den einzelnen Städten gibt es Dinge, die man beachten sollte. 

Das Bezahlsystem ist ziemlich einfach. Am besten nutzt man hierfür die so genannte SUICA Card. Entweder man lädt sich die SUICA Card auf sein Smartphone ins Wallet oder man erwirbt die Karte in physischer Form an einem Fahrtkartenschalter. Mit dieser Prepaid-Karte zahlt man anschließend seine Fahrten oder sogar Einkäufe im Supermarkt. Hierfür hält man das Handy oder die Karte beim Betreten einer U-Bahn Station oder eines Busses an den Sensor und dann noch einmal beim Aussteigen. Der entsprechende Betrag wird dann je nach Strecke abgebucht. Die Preise für den öffentlichen Nahverkehr sind hierbei sehr human und so kosten kürzere Strecken nur zwischen 1 und 2€. Aufladen kann man insbesondere die mobile SUICA Card immer ganz einfach mit Apple Pay/Paypal.

Osaka bietet ein sehr gutes Metro-Netz. 

In den Bussen und Bahnen sollte man sich grundsätzlich ruhig und respektvoll verhalten und nicht laut reden/Musik hören. 

Gepäckbeförderungsdienst:

Für Reisen zwischen Städten können wir den japanischen Gepäckversand sehr empfehlen. Wir waren erst skeptisch, aber es funktioniert wirklich außerordentlich gut. Die meisten Hotels und auch Supermärkte wie Seven Eleven bieten diesen Service an. Man gibt hier ganz einfach seinen Koffer ab, teilt die Zieladresse und ein paar persönliche Informationen mit und dann wird der Koffer ganz easy zum nächsten Zielort geschickt. Kosten und Versanddauer variieren hier je nach Strecke, aber in der Regel dauert die Beförderung lediglich 1-2 Tage. Insgesamt macht es das Reisen wirklich sehr komfortabel, denn man muss das schwere Gepäck nicht im öffentlichen Verkehr mitnehmen oder durch die Straßen der Städte ziehen. 

Wir haben uns einfach einen Tag vor der jeweiligen Weiterreise überlegt, was wir die nächsten 1-2 Tage brauchen würden, diese Sachen im Handgepäck verstaut und die anderen Dinge mit dem Koffer einfach schonmal zur nächsten Unterkunft geschickt. Wir haben es bei unserer Reiseroute bspw. sogar so gemacht, dass wir unsere Koffer von Kyoto direkt zu unserem Hotel in Tokyo geschickt haben und die Strecke nach Osaka und dann von Osaka nach Tokyo nur mit Handgepäck zurückgelegt haben. Als wir dann am Ende ein paar Tage später wieder in Tokyo ankamen, warteten die Koffer schon auf uns in unserem Zimmer. Die Preise richten sich wie gesagt nach der Distanz, wir zahlten aber grob immer zwischen 20 und 50€ für den Versand eines großen Koffers. 

Müllentsorgung:

In Japan ist gefühlt alles mit Plastik verpackt. Wir bekamen bspw. in einem Kaufhaus eine einzelne Cashew-Nuss zum Probieren in die Hand gedrückt und selbst die war in Plastik verpackt. Das führt natürlich zwangsläufig dazu, dass man im Laufe des Tages einiges an Plastik ansammelt. Nun würde man denken, dass es auch entsprechend viele Mülleimer gibt, das Gegenteil ist aber der Fall. In ganz Japan finden sich auf den Straßen kaum Mülleimer. Seit einem Giftgasanschlag in der U-Bahn von Tokyo 1995 gibt es im gesamten Land kaum noch öffentliche Mülleimer. Entweder also man wirft seinen Müll in einem Supermarkt/Restaurant weg oder abends im Hotel. Denn trotz dieses Mangels an öffentlichen Mülleimern wird man keinen Japaner sehen, der seinen Müll einfach auf der Straße entsorgt. 

Öffentliche Toiletten: 

Ganz anders als mit den öffentlichen Mülleimern, verhält es sich mit öffentlichen Toiletten. Man findet öffentliche Toiletten an jeder Ecke, in jeder Bahnstation, in jeder Tempelanlage und auch sonst überall. Diese Toiletten sind allesamt nicht nur kostenlos, sondern auch blitzsauber. Außerdem verfügen die Toiletten über diverse Sound-Möglichkeiten, mit denen man unangenehme Geräusche auf den Toiletten übertönen kann und die Klobrillen sind in aller Regel beheizbar, wie eine Sitzheizung im Auto. 

Sicherheit:

Insgesamt ist Japan eines der sichersten Länder der Welt und wir hatten nie auch nur die geringsten Bedenken.

Beste Reisezeit:

Eine beste Reisezeit gibt es in Japan im Grunde nicht. Der Winter bietet tolle Erlebnisse, genauso wie der Sommer. 

Besonders beliebt ist die Zeit der Kirschblüte im Frühling - März/April, hier ist es aber im Gegenzug etwas überfüllt und besonders teuer. 

Anfang Mai ist die Goldene Woche in Japan mit einigen Feierlichkeiten und die Japaner machen hier selber gerne Urlaub. Da kann es mit Plätzen in den Zügen oder auch bei den Sehenswürdigkeiten schonmal etwas eng werden.

Auch der Herbst ist sehr schön, wenn sich die Bäume bunt färben.

Gesundheit & Impfungen:

Besondere Impfungen braucht man für eine Reise nach Japan nicht. Ggf. kann man über eine Tollwut-Impfung nachdenken, wenn man in ländlicheren Regionen unterwegs ist.

Ansonsten hilft hier aber auch wie immer ein kurzer Check Up beim Reisearzt.

Sprache und Währung: 

Gesprochen wird in Japan in erster Linie die eigene Landessprache - Japanisch. Insbesondere in ländlichen Regionen sprechen viele Menschen kein gutes Englisch. Das hat uns etwas überrascht. Zur Not empfiehlt es sich hier, auf eine App wie den Google Translater zurückzugreifen. Hiermit kann man im Übrigen auch geschriebenes Japanisch über die Kamerafunktion für sich übersetzen. 

Der Yen ist die japanische Währung. Zwar kann man an vielen Orten natürlich einfach mit der Kreditkarte zahlen, aber es gibt doch auch noch einige Orte, an denen ausschließlich Bargeld akzeptiert wird. Auch das hatten wir so nicht erwartet. Es empfiehlt sich deshalb, bspw. am Flughafen nach der Landung, etwas Bargeld für alle Fälle abzuheben.

Packtipps:

Natürlich stellt sich vor einer Reise nach Japan oft die Frage, ob man was spezielles einpacken sollte. Hier kann man in jedem Fall sagen, dass bequeme Schuhe in deinem Koffer nicht fehlen sollten. Die Strecken sind teilweise sehr weit und man wird bei einem Japan-Urlaub in der Regel ordentlich Schritte zurücklegen. Wichtig ist außerdem ein Steckdosen-Adapter. In Japan gibt es andere Steckdosen, als in Europa/Deutschland. Was man allerdings nicht unbedingt braucht, ist Duschgel oder Shampoo. In den Hotels wirst du viele Gratis-Pflegeprodukte vorfinden, wie auch Haarbürsten und Gesichtscremes.

Shopping:

Als wir 2024 in Japan waren, stand der Wechselkurs für uns sehr gut, sodass viele Artikel umgerechnet relativ günstig waren. Ich kaufte mir bspw. ein neues iPad, das im Vergleich zu Deutschland umgerechnet 300€ günstiger war. In vielen Läden zahlt man außerdem als Tourist steuerfrei. Hierfür muss man an der Kasse lediglich seinen ausländischen Reisepass vorzeigen und dann wird die Steuer vom Kaufpreis abgezogen. 

Dieses System soll wohl ab Ende 2026 umgestellt werden, sodass man sich die Steuer nachträglich zurückholen muss. 

In vielen Großstädten sind Teile der Stadt sonntags autofrei und da die Läden hier sonntags geöffnet sind, kann man entspannt die breiten Straßen entlang schlendern und in den Läden zu beiden Seiten der Straße stöbern. 

Stempel & Goshuine:

Eine weitere Besonderheit und eine beliebte Challenge auf einer Japanreise bildet das Sammeln von Stempeln und Goshuinen. Wer auch eine solche schöne Erinnerung von seiner Japan-Reise mit nach Hause bringen möchte, sollte sich entweder vorher ein Stempelbuch bestellen oder vor Ort an seinem ersten Schrein eines kaufen. Um sicherzugehen, dass man die richtige Größe wählt, würde ich letzteres empfehlen. Nun kann das Sammeln losgehen, denn jeder Tempel oder Schrein bietet hier die Möglichkeit, sich einen individuellen kalligrafisch kommentierten Siegelstempelabruck (Goshuin) in sein Buch stempeln/zeichnen zu lassen. 

Auch viele Bahnstationen und Sehenswürdigkeiten haben einen eigenen Stempel mit Stempelkissen, den man sich selbst in sein Erinnerungsbuch stempeln kann. Hier lohnt es sich auch, immer einmal nachzufragen, wenn man den Stempel auf den ersten Blick nicht findet. 

Wir brachten so ein volles Buch mit Stempeln von jeglichen Orten, die wir besucht hatten, wieder mit nach Hause - eine schöne Erinnerung.

Onsen:

Japan ist nicht zuletzt bekannt für seine Onsen. Onsen sind heiße Quellen, die die Japaner schon vor vielen hundert Jahren zur Entspannung genutzt haben. Heutzutage verfügen viele Hotels über künstlich angelegte Onsen, die nach einem langen Tag mit vielen Schritten zum Entspannen einladen. Kleidung oder Tattoos sind in öffentlichen Onsen in der Regel nicht erlaubt. Außerdem sind der Herren- und Damen-Bereich immer getrennt voneinander. Bevor du das Becken des Onsen betrittst und auch hinterher duscht man sich, auf einem kleinen Hocker sitzend, gründlich ab. 

Touren & Tickets:

Bei einigen Touren und Tickets macht es Sinn, aufgrund der sehr hohen Nachfrage frühzeitig zu buchen. Zu den beliebten Touren gehören bspw:

Mobile Daten:

Wie bei inzwischen sämtlichen Reisen außerhalb der EU nutzen wir die eSIMs über die App Airalo. Diese kann man sich ganz normal auf sein Handy laden und hier für das entsprechende Zielland eine eSIM erwerben. Die Kosten sind je nach Land verschieden, halten sich aber in Grenzen. In der Regel zahlt man nicht mehr als 15-20€ für ein ausreichendes Datenvolumen, welches man auch jederzeit aufstocken kann. In der App ist gut erklärt, wie man die reguläre SIM de- und die eSIM des Ziellandes aktiviert. 

Einreise & Visum:

Ein Visum benötigte man für touristische Einreisen und Aufenthalte bis zu 90 Tage nicht.

Das kann sich aber jederzeit ändern, sodass man sich vorher über die aktuelle Lage informieren sollte. 

Insbesondere ist Japan derzeit bemüht, den extrem hohen Touristenandrang entgegenzuwirken, indem bspw. für Übernachtungen und Sehenswürdigkeiten höhere Steuern und/oder Eintrittspreise bei Touristen erhoben werden sollen. 


Unterkunftsempfehlungen

Wo kann und wo sollte man auf seiner Japan-Reise übernachten? Auch das ist eine Frage, die man sich im Laufe seiner Reiseplanung irgendwann zwangsläufig stellen muss. Ich suche meist über booking.com nach Unterkünften. Wenn ich dann eine Unterkunft gefunden habe, schaue ich auf trivago noch einmal, ob das Hotel auf einer anderen Seite günstiger zur Verfügung steht. In der Regel ist der Preis bei booking.com aber mit meinem Genius-Rabatt (diesen erhält man bei einer bestimmten Anzahl durchgeführter Buchungen) schon der beste. 

Da ich hier keine Empfehlungen von Hotels aussprechen möchte, die ich selber nicht getestet habe, konzentriere ich mich jeweils auf die von uns gewählten Unterkünfte und die Frage, ob ich diese wieder aufsuchen würde und dementsprechend empfehlen kann.

  • Osaka - 3 Nächte: Hotel Resol Trinity Osaka - Die Unterkunft gefiel uns sehr gut. Auch hier gab es einen schönen Onsen. Die Zimmer waren hier von allen Hotels wohl die besten, da man etwas mehr Platz hatte. In der Regel sind die Zimmer in japanischen Hotels derart klein, dass man kaum seine Koffer aufbekommt.

Essensempfehlungen

Das Essen selbst ist noch ein weiteres Highlight Japans und viele freuen sich auf ihre Japan-Reise hauptsächlich allein schon wegen der dort typischen Speisen. 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass uns das Essen hier sehr oft sehr gut gefallen hat. Natürlich muss man hier aber auch ein bisschen offen sein, um auch mal etwas neues auszuprobieren. Uns ist aufgefallen, dass die Gerichte sehr oft aus einer Reis/Nudelbeilage mit Fleisch/Fisch bestanden. Gemüse gab es selten frisch, sondern wenn, dann oft frittiert. Wir haben uns deshalb nach dem Urlaub ganz besonders auf einen frischen Salat gefreut.

Typische Speisen:

Die bekanntesten Speisen, die man unbedingt probieren sollte sind aus unserer Sicht folgende:

  • Sushi: Natürlich - das wohl bekannteste Gericht Japans ist Sushi. In Japan gibt es hier bevorzugt das "ursprüngliche" Sushi, das nur aus Reis mit Fisch besteht. Die Sushi-Rollen, wie wir sie aus Deutschland kennen - mit bspw. Sesam und Crispy Chicken - sind hier nicht so oft zu finden. Ein guter Weg, verschiedenes Sushi zu probieren, ist bei einem Omakase  oder auch bei einem Running-Sushi - auf japanisch kaiten-zushi genannt. 
  • Udon-Nudeln: Udon-Nudeln sind dicke Nudeln aus Weizenmehl, die warm in einer Suppe oder auch kalt serviert werden. 
  • Ramen: Die japanische Nudelsuppe erfreut sich auch in Europa immer größerer Beliebtheit. Ramen gibt es in verschiedensten Varianten. Die Suppe kann auf Miso-Basis oder auch auf Hühner-/Schweinebrühe-Basis angerichtet werden, enthält dann meist Nudeln, Gemüse, Fleisch oder Tofu und wird getoppt mit einem gekochten Ei. Die Art-und Weise der Bestellung ist ein weiteres Highlight. Man ordert die Suppe in der Regel an einem Automaten vor dem jeweiligen Restaurant (ähnlich einem Zigarettenautomaten) und bekommt dann nach Bezahlung eine entsprechende Marke ausgespuckt, die man dann dem Koch im Laden vorzeigt, der das bestellte Gericht dann frisch zubereitet.
  • Okonomiyaki: Der japanische herzhafte Pfannkuchen kann mit unterschiedlichstem Gemüse und Fleisch befüllt werden und wird anschließend mit Mayonnaise getoppt.
  • Onigiri: Die gefüllten Reisbällchen (oft in Form eines Dreiecks) können unterschiedliche Füllungen enthalten. Am bekanntesten sind wohl die mit würzigem Thunfisch oder mit gegrilltem Lachs. Neben den spezialisierten Restaurants kann man Onigiris als Zwischensnack auch immer gut im Supermarkt um die Ecke kaufen und das in guter Qualität. Das ist ohnehin ein weiteres Highlight in Japan. Die Qualität der Snacks, wie eben Onigiris, Sandwiches oder anderer Teigwaren in den Supermärkten wie Seven Eleven ist wirklich extrem gut und nicht vergleichbar mit europäischen Standards.
  • Matcha-Tee: Der zu Pulver gemahlene Grüntee ist inzwischen über die japanischen Grenzen bekannt und wird weltweit konsumiert. In Japan wird Matcha aber nicht nur für Tee, sondern auch in Kuchen, Keksen oder Eis verwendet. 
  • Tempura: Frittiertes/r und knuspriges/r Gemüse oder Fisch ist ebenfalls in Japan weit verbreitet und wird oft bei Gerichten als Beilage serviert.
  • Mochi: Bei Mochi wird klebriger Reisteig zu einer glatten Masse gestampft, um damit Früchte, die in Japan sehr beliebte rote Bohnen Paste oder (wobei das in Japan seltener ist, als man es hier in Deutschland vermuten würde) Eis zu überziehen. 
  • Takoyaki: Die insbesondere in Osaka weit verbreiteten Teigbällchen mit Oktopusfüllung werden oft an Street-Food Ständen angeboten. 
  • Bento-Box: Die Boxen mit unterschiedlichen Fächern, die mit Nudeln/Reis, Fleisch oder Fisch, Gemüse und Soßen befüllt sind, eignen sich bestens als Lunch-Box to go.
  • Katsudon: Die japanische Form des Schnitzels - ein paniertes Schweineschnitzel auf Reis mit Sojasoße.
  • Gyukatsu: Hier brät man sein Fleisch auf kleinen Tischgrills selber und isst es mit unterschiedlichen Beilagen und Soßen.
  • Gegrillter Aal: Insbesondere in der Gegend um Nagoya sehr beliebt, mit spezieller Ess-Technik.
  • Hida-Rind: Beliebt in der Region rund um Takayama, leckeres Fleisch am Spieß oder auch in Teigtaschen.
  • Gyozas: Eines meiner Lieblingsgerichte Japans. Hierbei handelt es sich um Teigtaschen gefüllt mit Fleisch, Gemüse und Gewürzen. Angebraten schmecken sie besonders gut.

Das alles sind nur einige Beispiele für die vielfältigen aus Japan stammenden Gerichte. 

Restaurants & Cafés:

Anbei gebe ich euch noch ein paar Empfehlungen zu spezifischen Restaurants und Cafés:

Osaka:

Japanische Esskultur

Insgesamt unterscheidet sich die japanische Esskultur deutlich von der europäischen/deutschen. 

In Japan ist es bspw. unhöflich im Gehen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu essen. Aber auch im Restaurant oder Café setzt man sich nicht, wie in Deutschland üblich, zusammen an einen Tisch, unterhält sich und trinkt etwas gemeinsam. Einzige Ausnahme ist vielleicht ein Izakaya.

Grundsätzlich sitzt man in Japan oft an einem Tresen. Hier bekommt man sein Essen, isst dieses zügig auf und macht anschließend Platz für die nächsten Gäste. Oft haben die Restaurants nur wenige Sitzplätze und bei den guten oder angesagten Restaurants bilden sich lange Schlangen. Teilweise findet man an seinem Platz dann sogar Schilder, auf denen steht, ma solle sich nicht zu viel Zeit lassen, aus Respekt vor den wartenden Gästen. 

Am Anfang ist es dann zwar noch befremdlich, dass man teilweise am Tresen Platz nimmt und links und rechts vom eigenen Platz Trennwände sind. Vor sich hat man dann teilweise nur eine Klappe in der Wand, durch die das Essen gereicht wird. Man sitzt dementsprechend alleine dort und isst. An Kommunikation mit seinem Sitznachbar oder dem Koch ist hierbei nicht zu denken. Man gewöhnt sich aber hieran. 

Diese Art und Weise bietet auch einen Vorteil. Wer hier tatsächlich alleine Essen geht, der muss sich nicht einsam fühlen, was in Japan aufgrund der großen Masse an Leuten und der teilweise bestehenden Anonymität ein echtes Problem ist. 


Fotoeindrücke


Wenn man mich jetzt fragt, ob ich eine Reise nach Japan empfehlen würde, würde ich wie folgt antworten:

Jemandem, der noch nie in Japan war, würde ich es definitiv empfehlen. Wenn jemand allerdings schonmal dort war, könnte es ihm so gehen, wie mir, dass ich nicht direkt wieder hin muss. 

Osaka ist quirlig, aufregend und bietet einige Highlights. Die Stadt bringt eine ganz andere Seite Japans zum Vorschein und so würde ich definitiv empfehlen, im Rahmen eine Japanreise auch Osaka zu besuchen. Wenn man sich entscheiden müsste, würde ich aber Tokyo und Kyoto wohl vorziehen. 

 

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Guides

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