Patagonien - weite Ebenen, imposante Bergmassive, gigantische Gletscher und eine einzigartige Tierwelt - das alles macht die Region zu einer der landschaftlich interessantesten auf der ganzen Welt.
Wir haben uns bei unserem einwöchigen Trip auf 3 Hauptziele beschränken müssen - El Chaltén und El Calafate in Argentinien und Torres del Paine in Chile.
Besonders genossen haben wir das Gefühl von Freiheit auf den langen Highways und die unglaubliche Natur.
Natürlich hätte auch Patagonien noch mehr Ziele zu bieten gehabt, die ich im Folgenden auch erwähne, aber dadurch, dass wir auch Rio und Buenos Aires mit ausreichend Zeit in unseren Plan integrieren wollten, mussten wir uns auf diese Highlights beschränken.
Warum wir uns gerade für diese Route entschieden haben, erzähle ich im Folgenden. Außerdem gebe ich euch hilfreiche Informationen zu diesen Themen:
- Routenplanung
- Highlights
- Tagesplanung
- Wissenswertes
- Unterkunftsempfehlungen
- Essensempfehlungen
- Fotoeindrücke
- Fazit
Wir haben diese Reise Ende Februar/Anfang März 2026 unternommen.
Außerdem findest du am Ende der Seite meine komprimierten PDF Guides zum Download für unterwegs.
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Routenplanung
Von Buenos Aires ging unser Flug nach El Calafate, von wo wir direkt mit dem Mietwagen weiter nach El Chaltén fuhren, um dort die nächsten 3 Tage zu verbringen.
Im Anschluss fuhren wir dann über die chilenische Grenze und bis nach Puerto Natales. Bei dieser Fahrt ist wichtig, dass man erst in El Calafate noch einmal das Auto tankt und dann nimmt man am besten die Route über Esperanza und Rio Turbio, wo man die Grenze überquert.
Nach einer Übernachtung in der kleinen Hafenstadt, setzten wir unseren Trip in den Torres del Paine Nationalpark fort, für den wir 2 Tage geplant hatten und auch eine Nacht im Park im Camp El Chileno übernachteten.
Nach einer weiteren Nacht in Puerto Natales, fuhren wir dann zurück nach El Calafate, wo wir auch den restlichen Tag noch verbrachten und einen Ausflug zum Perito Moreno Gletscher machten.
Am nächsten Morgen ging es dann zurück nach Buenos Aires.
Sehenswertes
Patagonien stand schon länger auf unserer Wunschliste ganz weit oben. Die Gründe dafür sind mit Blick auf die hier aufgeführten Highlights relativ schnell ersichtlich - unberührte Natur, gewaltige Bergmassive, wunderschöne klare Seen, Gletscherformationen, eine vielfältige Tierwelt und unendliche Weiten - das alles macht Patagonien zu einer der landschaftlich atemberaubendsten Regionen der Welt.
El Chaltén
El Chaltén war für uns das erste Ziel im Rahmen unseres Patagonien-Roadtrips und gilt als echtes Wanderparadies. Für die meisten Wanderungen benötigt man neuerdings ein Nationalpark-Eintrittsticket - dazu mehr unter "Good to know".
Fitz Roy
DAS Highlight der Region El Chaltén, das sinnbildlich für ganz Patagonien steht, ist sicherlich die spitze Bergformation mit dem Namen Fitz Roy, auch Cerro Fitzroy genannt.
Dieser Granitberg ist mit seiner Höhe von gut 3400 Metern aus allen Richtungen des flachen Umlandes gut zu sehen.
Er liegt genau auf der Grenze zwischen Chile und Argentinien und gehört somit gleich zu zwei Nationalparks - dem Nationalpark Los Glaciares in Argentinien, sowie dem Nationalpark Bernardo O`Higgins auf der chilenischen Seite.
Während er allgemein unter dem Namen Fitz Roy, dem Namen des Kapitäns von Darwins Forschungsschiff, bekannt ist, so nennen ihn die Ureinwohner "Chaltén", was "der Rauchende" bedeutet. Grund dafür sind die oft an den Gipfeln hängenden Wolken. Der Berg ist damit auch Namensgeber des kleinen Ortes El Chaltén.
Die Besteigung des Gipfels ist aufgrund der steilen und schroffen Felswand sehr anspruchsvoll und so gelang die Erstbesteigung erst Mitte des 20. Jahrhunderts.
Die meisten klassischen Touristen genießen aber ohnehin eher den Anblick auf den zahlreichen Wanderwegen um den Berg herum.
Wanderung zur Laguna Torre
Eine der beliebtesten der angesprochenen Wanderungen ist die zur Laguna Torre.
Die Wanderung startet direkt im Dorf von El Chaltén und dauert ca. 7 Stunden.
Während der Wanderung zur Lagune und wieder zurück legt man ca. 18km zurück, wobei die Steigungen und die Schwierigkeit des Weges eher moderat sind.
Das Highlight und auch der Namensgeber der Lagune ist der extrem spitze und markante Cerro Torre Berg.
Wie eine Nadel ragt dieser Berg in die Höhe und die sehr steilen Granitwände, die zudem noch oft von einer Eisschicht umhüllt sind, machen das Erklimmen derart schwierig, dass es jährlich nur 6-8 Personen gelingt.
Nachdem der Beginn der Wanderung zur Lagune stetig, aber nicht übermäßig steil, bergauf geht, verläuft ein Großteil der Strecke anschließend relativ eben mit nur kleineren Steigungen und Senkungen, über freie Ebenen und durch kleine Wälder hindurch.
An der Lagune angekommen, eröffnet sich einem - bei gutem Wetter, das ist leider in Patagonien nie garantiert - ein toller Blick auf kleinere und größere Eisschollen, die auf dem Wasser treiben, einen riesigen und blau schimmernden Gletscher im Hintergrund und wenn es ganz wolkenlos ist - auf den mächtigen Cerro Torre.
Wanderung zur Laguna de los Tres
Die bekannteste und beliebteste Wanderung rund um El Chaltén ist die zur Laguna de los Tres.
Insbesondere zum Sonnenaufgang wandert an einem Tag mit guten Wetteraussichten nahezu das ganze Dorf hinauf zur Lagune.
Das frühe Aufstehen lohnt sich auch definitiv, wenn man die von der Sonne rot beleuchteten Berggipfel des Fitz Roy und der umliegenden Berge sieht, die nicht umsonst das Logo der Kleidungsmarke Patagonia bilden.
Wenn es nicht zu windig ist, spiegelt sich das Bergmassiv außerdem in der türkisblauen Lagune im Vordergrund.
Verglichen mit der Wanderung zur Laguna Torre ist diese Wanderung zwar streckenmäßig nur unwesentlich weiter, mit gut 20 km für Hin- und Rückweg, dafür aber doch deutlich anspruchsvoller.
Das gilt auch, wenn man nicht schon nachts in völliger Dunkelheit startet, sondern bei Tageslicht.
Zwar sind die ersten 90% der Wanderung ebenfalls sehr moderat und außer, dass man in der Dunkelheit auf der ein oder anderen rutschigen Holzlatte über kleine Bäche balancieren muss, ist dieser Abschnitt mit einer soliden Grundfitness gut machbar.
Der letzte gute Kilometer hat es dann aber doch noch einmal richtig in sich, denn auf diesem muss man gut 400 Höhenmeter zurücklegen, um zur Lagune zu gelangen - und das nachdem man von den ersten gut 9 Kilometern ja auch schon etwas erschöpft ist.
Macht man, wie wir, die Tour zum Sonnenaufgang und in der Dunkelheit, dann kann es schon mal etwas entmutigend sein, wenn man während des Aufstieges immer mal wieder die Lichter der Stirnlampen anderer Wanderer vor sich sieht, die gefühlt unerreichbar weit weg und vor allem weit oben sind.
Man sollte für die Wanderung zur Lagune schon mindestens 4 Stunden von El Chaltén einplanen und entsprechend der Jahreszeit mit ausreichend Puffer bis zum Sonnenaufgang starten. Wir starteten im Februar bspw. schon vor 2 Uhr nachts.
Oben angekommen hat man dann die Möglichkeit den Sonnenaufgang entweder direkt unten vom Seeufer zu erleben, oder von der Erhöhung rund um den See.
Wie wir leider erst später festgestellt haben, lohnt es sich auch, oben angekommen, noch einmal ein Stück weiter zu einer Erhöhung am linken Rand zu wandern, um von da noch einen weiteren Blick auf eine zweite hinter dem Hügel liegende Lagune zu haben.
Für diese Wanderung sollte man definitiv an eine Stirnlampe für den Aufstieg im Dunkeln denken, sowie an ausreichend warme Kleiderschichten. Insbesondere vor dem Sonnenaufgang ist es oben richtig kalt.
Wenn man genug Platz im Rucksack hat, kann man auch eine Isomatte oder Decke mitbringen, um etwas bequemer und wärmer sitzen und auf den Sonnenaufgang warten zu können.
Besonders schön an der Sonnenaufgangswanderung ist, dass man dann beim Abstieg alles zum ersten mal bei Tageslicht sieht und es sich damit nicht so eintönig anfühlt, auf demselben Weg wieder zurückzuwandern.
Für mehr Abwechslung gibt es außerdem die Möglichkeit, über die Laguna Capri zurückzuwandern, was nicht wesentlich länger ist.
Wer nicht ganz so früh aufstehen möchte, der kann auch mit einem Zelt beim Camp Poincenot übernachten und hat dann entsprechend nur eine kürzere Wanderung zum Sonnenaufgang vor sich.
Die Wanderung zur Laguna de los Tres ist wirklich ein echtes Highlight und gehört für mich definitiv zu denjenigen, die man im Leben einmal gemacht haben sollte.
Dass so viele andere Touristen mit einem an der Lagune sind, habe ich nicht als besonders störend empfunden, da es sich oben ganz gut verteilt.
El Chaltén
Auch El Chaltén selbst sollte in der Liste der Highlights der Region durchaus erwähnt werden.
Der Ort blickt noch auf eine recht kurze Historie zurück, denn er wurde tatsächlich erst Ende 1985 gegründet, doch seitdem hat er sich in rasender Geschwindigkeit entwickelt.
Mittlerweile beherbergt El Chaltén zahlreiche Restaurants, Cafés, Hotels, eine Apotheke und sogar Bars.
Hier bekommt man verpflegungstechnisch alles, was man braucht - von Bäckereiware, bis hin zu Snacks und Getränken für die Wanderungen. Man braucht sich hiermit also nicht großartig vorher eindecken.
Besonders angenehm ist, dass man die bekanntesten Wanderungen der Region direkt vom Ortszentrum starten kann und auch die Übernachtungskosten halten sich im Ort noch halbwegs in Grenzen.
Wenn man dann erschöpft von einer Wanderung zurückkommt, genießt man außerdem die große Auswahl an Cafés für ein Stück Kuchen oder an unterschiedlichen Restaurants - typisch argentinisch, italienisch und mehr.
Die Fahrtzeit nach El Chaltén vom nächstgelegenen Flughafen in El Calafate beträgt gute 2 Stunden und bereits die Anfahrt auf dem langen Highway mit der über dem Dorf aufragenden Gebirgskette des Fitz Roy im Hintergrund, ist ein echtes Highlight.
Mirador de los Condores & Chorillo del Salto
Da man für El Chaltén neben den beiden vollen Tagen für die oben genannten Wanderungen mindestens noch einen halben Ankunftstag einplanen sollte, bieten zwei kleinere Wanderungen eine ideale Möglichkeit, sich schon einmal "warmzuwandern".
Außerdem schadet es grundsätzlich nicht, wenn man die Zeit hat, aufgrund des wechselhaften Wetters noch den ein oder anderen Puffertag einzuplanen und auch an einem solchen bieten diese Wanderungen mit einer Gesamtzeit von maximal 2-3 Stunden, gute Optionen.
Auch der Weg zum Aussichtspunkt Mirador de los Condores startet direkt in El Chaltén und geht nur moderat bergauf. Alternativ kann man zum etwas weiter entfernten Mirador de las Aguilas wandern, was ebenfalls keine besonders lange oder anstrengende Wanderung ist. Mit etwas Glück kann man hier den Blick auf die über einem schwebenden Kondore genießen, die dem Aussichtspunkt auch seinen Namen geben und außerdem hat man einen schönen Blick über das Dorf und die dahinterliegende Bergkette - insbesondere zum Sonnenuntergang.
Der Wanderweg zum Chorillo del Salto, einem schönen Wasserfall, startet wiederum von El Chaltén und man kann auch zu einem Parkplatz in nächster Nähe fahren, von wo aus man nur ein paar Schritte zum Wasserfall laufen muss.
Weiteres
Abschließend kann man also sagen, dass El Chaltén ein netter kleiner Ort und Ausgangspunkt für einige der schönsten und bekanntesten Wanderungen in ganz Patagonien ist.
Natürlich gibt es von hier aus noch zahlreiche weitere Wanderwege, wie der zur Piedra de Fraile oder auch zum Loma del Pliegue Tumbado, aber auch Mehrtageswanderungen wie den Huemul Circuit.
Wer allerdings, wie wir, nur 3-4 Tage zur Verfügung hat, der sollte sich in erster Linie auf die oben genannten Wanderungen konzentrieren.
Torres del Paine
Unser nächster Stopp der Reise war der Nationalpark Torres del Paine im südlichen Chile. Hierfür fuhren wir früh morgens los von El Chaltén, machten eine kurze Tank- und Kaffeepause in El Calafate und dann überquerten wir bei Rio Turbio die Grenze nach Chile und steuerten auf den kleinen Ort Puerto Natales zu.
Base Torres
Den Blick, den sicherlich jeder zu allererst mit dem Nationalpark Torres del Paine verbindet, hat man von der Lagune Base Torres. Hier sieht man die drei markanten und spitzen Granitberge vor sich aufragen.
Die Lagune von Bas Torres erreicht man durch eine Wanderung und der direkte Weg führt einen vom Welcome Center beim Hotel Las Torres, wo man auch sein Auto parken kann, in ca. 4 Stunden bergauf zur Lagune.
Hierbei kommt man nach ca. der Hälfte der Zeit am Camp El Chileno vorbei und wandert dann die nächsten 60-90 Minuten weiter moderat bergauf, bevor der letzte Teil dann doch wieder etwas steil bis zur Lagune führt.
Bei der Lagune angekommen, bietet sich einem der ikonische Blick auf die Granittürme, zumindest wenn das Wetter sie nicht gänzlich in Wolken hüllt.
Auch die Wanderung zur Base Torres zum Sonnenaufgang ist ein echtes Highlight, wenn die Berge von der aufgehenden Sonne rot angeleuchtet werden.
Nun kann jeder ausrechnen, wenn man für die Wanderung bis ganz nach oben mindestens 4 Stunden im Dunkeln braucht und dazu noch in Puerto Natales (dem nächstgelegenen Ort mit bezahlbaren Unterkünften) übernachtet, von wo die Fahrtzeit zum Welcome Center knapp 2 Stunden beträgt, wann man dann entsprechend schon aufstehen muss.
Hier lohnt es sich deshalb, eine Nacht im Camp El Chileno zu verbringen, sodass man nur 2 Stunden vor Sonnenaufgang aufstehen und loswandern muss.
Camp El Chileno
Während wir im Vorfeld doch etwas Respekt vor der Übernachtung im Zelt im Chileno Camp hatten, vor allem bei den nächtlichen kalten Temperaturen, so hat sich das Camp am Ende doch als weiteres Highlight entpuppt.
Dazu beigetragen hat das sehr leckere Dinner-Menü mit 3 Gängen, die komfortablen und wetterfesten Zelte, die auf Stelzen errichtet und somit über dem Boden aufgebaut waren, ein kleines nettes Café für Snacks und Getränke und vor allem die jederzeit zugänglichen heißen Duschen.
Ursprünglich hatten wir hier im Camp sogar zwei Nächte gebucht, um uns flexibel für den besseren Wettertag für die Sonnenaufgangswanderung zu entscheiden.
Tatsächlich mussten wir dann aber feststellen, dass schon der erste Morgen nur okay war und der nächste Tag sogar noch schlechter mit viel Regen werden sollte (damit muss man in Patagonien leider auch immer mal rechnen).
Wir entschieden uns deshalb, die zweite Nacht zu stornieren, was angesichts des hohen Übernachtungspreises schon etwas wehtat, uns im Nachhinein aber dann einen Tag extra in Buenos Aires bei bestem Wetter verschaffte.
Eine Übernachtung für zwei Personen im Zelt kostete tatsächlich 300$ und mit Abendessen war man hier bereits bei ca. 370$, definitiv unsere teuerste Unterkunft der Reise, aber teilweise auch wieder verständlich, wenn man bedenkt, was es für ein logistischer Aufwand ist, alles Nötige, Essen etc. mit Pferden zum Camp zu bringen. Aber insgesamt sind die Preise im Nationalpark schon sehr hoch.
Los Cuernos
Die bekannteste Bergfront im Nationalpark, direkt nach den drei Torres, sind sicherlich die Cuernos.
Auch die Cuernos sind ein spektakulärer Anblick mit ihrer besonderen Färbung.
Während die Spitzen und der unterste Teil der Berge aus schwarzem magmatischem Gestein bestehen, entstand der mittlere hellgraue Teil durch das Anheben von Sedimentgestein infolge tektonischer Kräfte.
"Cuernos" heißt übersetzt so viel wie Hörner und die Berge erhielten ihren Namen durch ihre Form mit den spitzen Gipfeln, die der Form von Hörnern ähneln.
Diese Spitzen erreichen übrigens eine Höhe von bis zu 2600 Metern.
Den Ausblick auf die Cuernos kann man von unterschiedlichen Orten besonders gut genießen.
Wenn man mit dem Auto in den Torres del Paine Park hineinfährt, dann bietet der Mirador (Aussichtspunkt) über dem Nordenskjöld See den ersten schönen Stopp, bei dem man den Kontrast der Berge mit den türkisen Seen im Vordergrund bestaunen kann.
Etwas weiter in den Park hinein, ist auch der Blick vom Lake Pehoé ein weiteres Highlight und wer noch näher an die Bergfront heran möchte, der kann vom Wasserfall Salto Grande nach einem kürzeren Spaziergang (ca. 1-2 Stunden Rundweg) den Aussichtspunkt Mirador Cuernos erreichen.
Salto Grande
Auch das nächste kleinere Highlight ist bereits angeklungen.
Der Salto Grande dient nicht nur als Ausgangspunkt der Wanderung zum Mirador Cuernos, auch der Wasserfall selbst ist ein spektakulärer Anblick.
Zwar ist er nicht außerordentlich hoch, aber das leuchtend türkise Wasser, dass mit einer ordentlichen Wucht herunterschießt, ist dennoch beeindruckend.
Insgesamt sind die vielen unterschiedlichen Farben im Park sehr sehenswert - von leuchtend goldenen Steppen, über schwarz-graue Bergmassive, bis hin eben zu türkisgrünen Flüssen und Seen.
Zum Wasserfall gelangt man außerdem von einem Parkplatz aus nach nur ca. 10 Minuten Fußweg, was den Salto Grande zu einem leicht zu erreichenden und damit für jeden gut machbaren Highlight macht.
Der Parkplatz befindet sich ungefähr hier.
Tierwelt
Auch die Tierwelt im Torres del Paine, wie auch schon in der Region um El Chaltén, ist ein echtes Highlight.
Während man Guanacos, das Lama der südlichen Andenregion, nahezu sicher während seiner Reise zu Gesicht kriegt, so sind andere hier lebende Tierarten deutlich schwieriger zu finden.
Hier leben bspw. Flamingos und Raubvögel, allen voran natürlich die riesigen Andenkondore, Gürteltiere, Wüstenfüchse und Nandus, patagonische Straußen.
Auch der Puma lebt hier und gerade im Torres del Paine Nationalpark findet man an den Straßenrändern einige Schilder, die auf die Raubkatze hinweisen und auch auf Wanderwegen gibt es Schilder, die zeigen, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Puma verhalten soll.
Dennoch gehört schon einiges an Glück dazu, wenn man einen Puma entdecken möchte.
Wir hatten das Glück leider nicht, dafür entdeckten wir ein Huemul, einen südamerikanischen Andenhirsch, der vom Aussterben bedroht ist und von dem es nur noch gut 1000 Exemplare auf der Welt gibt. Naja, ein Puma wäre uns trotzdem lieber gewesen.
Weiteres
Auch im Torres del Paine Nationalpark kann man natürlich noch einige Highlights mehr entdecken, wenn man die nötige Zeit mitbringt.
Ein beliebtes Highlight sind bspw. die mehrtägigen O- und W-Treks im Park, die fest vorgegebene Routen, die eine mehrtägige Wanderung mit einer neuen Unterkunft jede Nacht mit sich bringen. Die Unterkünfte auf den Treks sind früh ausgebucht und so sollte man hier, insbesondere für die Hauptreisezeit Dezember-Februar, nicht zu spät buchen.
Auch der Lago Grey, mit dem dazugehörigen Gletscher, ist ein beliebtes Ziel, das auch von den umliegenden Städten als Tagestrip angeboten wird. Hier kann man mit dem Katamaran noch näher an den Gletscher heranfahren. Wir entschieden uns gegen einen Besuch des Gletschers und für den Perito Merino Gletscher bei El Calafate (siehe unten).
Die ruhigen Seenlandschaften rund um die Laguna Azul und Laguna Amarga laden zu Spaziergängen und zum Entspannen ein.
Puerto Natales
Wie ich bereits erwähnt habe, haben wir unseren zweitägigen Aufenthalt im Nationalpark Torres del Paine eingerahmt in zwei Nächte im nächstgelegenen Ort mit großer Hotelauswahl, in Puerto Natales. In Puerto Natales gibt es eine große Vielfalt an bezahlbaren Hotels (ca. 50€/Nacht), während es näher Richtung Park nur noch einige wenige gibt, die teilweise auch mehrere 1000€ pro Nacht kosten.
Die Stadt Puerto Natales hat uns nicht so gut gefallen, wie die Städte auf der argentinischen Seite. Entweder lag das daran, dass wir hier auch schlechteres Wetter hatten, oder daran, dass es eher wie eine klassische Hafenstadt war und nicht wie El Chaltén auf Touristen zugeschnitten.
Die Stadt war natürlich auch deutlich größer als bspw. El Chaltén.
Während die Promenade von Puerto Natales noch ganz nett ist und man hier bei gutem Wetter einen schönen Blick auf die Berge hat, war die Stadt für uns eben in erster Linie ein strategisch günstiger Zwischenstopp und weniger ein eigenes Ziel.
Die Nähe zu den landschaftlich atemberaubenden Regionen um die Stadt herum, macht Puerto Natales vor allem aus.
Neben dem Torres del Paine Nationalpark kann man hier bspw. auch eine Bootsfahrt zu den Balmaceda und Serrano Gletschern machen. Auch die Milodón Höhle ist ein beliebtes Ausflugsziel von hier.
Ansonsten gibt es auch in Puerto Natales alles, was man an Verpflegung, auch für die Tage im Nationalpark, braucht - zahlreiche Restaurants, Supermärkte und Bäckereien.
El Calafate
Das letzte Ziel unserer Reise durch Patagonien war dann die Stadt El Calafate, wieder auf der argentinischen Seite. Nachdem wir hier nur anfangs gelandet und einmal zum Tanken auf der Fahrt von El Chaltén nach Puerto Natales gehalten hatten, verbrachten wir nun noch einen vollen Tag in der Stadt.
Hierfür fuhren wir schon früh morgens aus Puerto Natales los, um möglichst viel von dem Tag zu haben.
Perito Moreno Gletscher
Das Highlight und für viele der Hauptgrund für einen Besuch in El Calafate, ist sicherlich der Perito Moreno Gletscher.
Der Gletscher, der eine gute Stunde Fahrtzeit von El Calafate entfernt liegt, ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der ganzen Region und zählt mittlerweile auch zum UNESCO Weltkulturerbe.
Mit einer Breite von ca. 4 km und einer Höhe von bis zu 70 Metern, gibt er wirklich ein beeindruckendes Bild ab und wenn dann in der Mittagssonne der Gletscher "kalbt", so nennt man das Abbrechen von den gigantischen Eisfelsen, dann ist das ein beeindruckendes und trauriges Naturschauspiel zur gleichen Zeit.
Beeindruckend deshalb, weil die riesigen Eistürme unter ohrenbetäubendem Lärm in die Tiefe stürzen, unter Wasser tauchen, um dann wieder aufzusteigen und traurig, weil dieses Phänomen zeigt, dass auch einer der letzten Gletscher, die bis vor einigen Jahren noch stabil waren, mittlerweile in Folge des Klimawandels doch schrumpft.
Um in den Park hineinzufahren benötigt man, wie auch in El Chaltén und in Torres del Paine, ein Park-Eintrittsticket, welches man hier an der Kontrollstelle unterwegs einfach kaufen kann.
Wenn man dann sein Auto auf dem Parkplatz vor den Spazierstegen abgestellt hat, bringt einen ein Kleinbus direkt zu den ersten Aussichtsplattformen. Hier kann man sich unendlich viel Zeit nehmen, um den Gletscher aus unterschiedlichen Winkeln und Positionen entlang der Wege, die auf unterschiedlichen Routen die Küste entlang führen, zu betrachten.
Außerdem kann man auch eine geführte Tour mit dem Boot, auf einem Kayak oder auch eine Gletscherwandertour mit Steigeisen buchen.
El Calafate
Auch El Calafate ist wieder eine nette Touristenstadt, die zahlreiche Hotels und, insbesondere um die Hauptstraße, die Avenida del Libertador, herum einige Cafés, Brauereien und Restaurants bietet.
Wer hier merkt, dass ihm noch dickere oder Wanderkleidung fehlt, der wird hier in einem der vielen Läden sicher fündig.
Die Stadt liegt am Lago Argentino und auch der See lädt zu entspannten Spaziergängen von der Stadt aus ein.
Gleiches gilt für die Laguna Nimez, bei der man neben verschiedenen Vogelarten vor allem auch Flamingos beobachten kann.
Auch die um die Stadt verteilt liegenden Bauernhöfe sind ein Highlight, das man mit einem Besuch El Calafates verknüpfen kann.
Hier kann man einiges über das ursprüngliche Leben der "Gauchos" auf den Ranches lernen, mit dem Pferd durch die schöne weite Natur reiten und den Tag mit einem traditionellen Asado (Grillevent) abschließen.
Viel mehr Zeit muss man dann aber für El Calafate nicht einplanen.
Weiteres
Patagonien insgesamt ist natürlich eine riesige Region, die über die genannten Highlights hinaus, noch einige mehr zu bieten hat.
Eine Stadt, die ebenfalls von vielen Touristen besucht wird, ist Puntas Arenas. Die Stadt ganz im Süden Chiles ist, ähnlich wie El Calafate auf der argentinischen Seite, mit ihrem Flughafen das Eintrittstor zum chilenischen Patagonien. Insbesondere von Santiago de Chile fliegt man in der Regel nach Puntas Arenas.
Wer dann in Puntas Arenas landet, der kann entweder eine Bootsfahrt auf die Isla Magdalena buchen, um Pinguine zu sehen oder zur etwas unbekannteren und schwieriger zu erreichenden Königspinguin-Kolonie in Bahia Inutil. Anschließend fährt man von dort üblicherweise in nördliche Richtung nach Puerto Natales und zum Torres del Paine Nationalpark.
Auch Ushuaia ganz im Süden Argentiniens kann angeflogen werden und auch hier hat man die Möglichkeit Seehunde, Pinguine und mit etwas Glück sogar Wale, auf einer Bootstour zu entdecken. Wir hatten tatsächlich überlegt, als wir unsere Zeit bei Torres del Paine abgekürzt hatten, noch nach Ushuaia zu fliegen, wollten es aber dann nicht zu stressig werden lassen. Insgesamt ist die Region am südlichsten Zipfel des Kontinents, die Region Feuerland, aber sicherlich eine Reise wert.
Aber auch der nördlichere Teil Patagoniens lohnt sich. Besonders die Natur rund um die Stadt Bariloche ist ein beliebtes Reiseziel bei Touristen und Argentiniern gleichermaßen.
Im nördlicheren Teil Patagoniens auf der chilenischen Seite gibt es weitere sehenswerte Seenlandschaften und sogar Vulkane, wie den Lánin.
Alles in allem bietet Patagonien mit seiner gewaltigen Fläche von über 1.000.000 km2 logischerweise derart viele Highlights, dass man hier Wochen und Monate problemlos füllen kann, wir haben uns bei unserer Reise aus Zeitgründen eben auf die bekanntesten Highlights beschränkt.
Tagesplanung
Wissenswertes
Unterkunftsempfehlungen
Wir haben übrigens, da die Inlandsflüge nur kleineres Gepäck zugelassen haben, unsere großen Koffer im Hotel in Buenos Aires gelassen und sind lediglich mit unseren großen Rucksäcken nach Patagonien gereist. Das war natürlich sehr praktisch.
In Patagonien gibt es viele einfachere Hotels, die aber oft liebevoll eingerichtet sind und für eine Nacht haben wir zu zweit in der Regel nicht viel mehr als 50€ gezahlt:
- El Chaltén - Desierto Suites: Sehr viel Platz, 2 Stockwerke, gut beheizt, Wind hat etwas gepfiffen, aber sonst top - eigene Küche etc.
- Puerto Natales - El Sendero: Hostel mit Privatzimmern, teilweise sehr schön modernisiert, nette Gemeinschaftsräume, Gepäckaufbewahrung während Hikes.
- El Calafate - Hosteria La Estapa: Vernünftiger Standard, leicht außerhalb vom Zentrum, schöner Seeblick.
In El Chaltén und El Calafate kann man auch super auf die Hotels innerhalb der Orte zurückgreifen, da die Wanderungen etc. direkt dort starten. Wer Puerto Natales als strategischen Zwischenstopp wählt, um in den Torres del Paine Nationalpark zu reisen, wie wir, der hat dann jedoch noch eine ca. 2 stündige Fahrt in den Park vor sich. Es gibt zwar noch einige wenige Hotels näher am Park, diese sind allerdings extrem teuer.
Um dennoch die Sonnenaufgangswanderung zur Base Torres unternehmen zu können, haben wir uns entschieden, eine Nacht im Camp zu verbringen und dort das Camp El Chileno inkl. Abendessen zu wählen, das zwar nicht günstig, aber gut ausgestattet mit heißen Duschen etc. war und nur eine recht kurze Wanderung zum Sonnenaufgang mit sich brachte. Auch hier entlasteten wir unser Gepäck nochmals und ließen einen Teil in unserem Hostel in Puerto Natales und nahmen wirklich nur das Nötigste für die 2 Tage im Park mit.
Essensempfehlungen
Das Essen in Argentinien ist wirklich ausgezeichnet - vor allem natürlich argentinisches Steak & Grillevents. Zwar findet man auch als Vegetarier hier immer mehr Auswahl, aber der Fleischkonsum ist hier definitiv nochmal ein Stück höher.
In Patagonien war die Küche tendenziell etwas einfacherer, aber trotzdem gut und natürlich gab es hier für die Touristen auch verschiedenste internationale Küche.
Fotoeindrücke
Fazit
Der ganze Roadtrip hat uns sehr begeistert und wir würden ihn definitiv jedem empfehlen.
Patagonien ist wirklich eine einzigartige Region und landschaftlich gehört sie zu den schönsten und atemberaubendsten, die wir je besucht haben. Der Roadtrip durch die teilweise unberührte Natur ist wirklich einmalig und vor allem die größten Highlights wie die Besichtigung des Perito Moreno Gletschers oder die Sonnenaufgangswanderung zur Laguna de Los Tres.
Dadurch, dass wir nur begrenzt Zeit hatten mussten wir natürlich auf überwiegend gutes Wetter hoffen, wobei dieses in Patagonien schon sehr wechselhaft sein kann. Wer die Zeit hat sollte im besten Fall ein paar Puffertage einbauen, auch um sich von den teilweise längeren Wanderungen zu erholen. Am Ende hatten wir schon das Gefühl, dass es uns erstmal reichen würde mit Wanderungen und wir freuten uns auf das wärmere Patagonien. Aber wer mehr Zeit einplant und weitere Orte in Patagonien auf die Liste nimmt, der macht definitiv nichts falsch.
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